Bohlsen und Seedorf sind gespannt: Freitag fällt die Entscheidung im Dorfwettbewerb

Zwei Dörfer unter den letzten elf

Zwei Orte zeigten sich gestern von ihrer besten Seite: In Bohlsen (links) startete die Jury den Vorentscheid zum Landeswettbewerb, dann ging’s nach Seedorf. Fotos: no/mb

Bohlsen/Seedorf. Bis Freitag werden die Bohlsener und die Seedorfer sich noch gedulden müssen, denn erst dann erfahren sie, ob sie einer der vier Orte sind, die am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen dürfen.

Gestern stellten sie sich den Vertretern der Jury des regionalen Wettbewerbes.

Zufrieden drein blickten die Bohlsener, nachdem die Vertreter der Kommission den Weg nach Seedorf antraten. Nicht etwa, weil sie erleichtert waren, dass die Jury endlich verschwand, sondern weil alles so gelaufen war, wie es sich die Mitglieder des Dorfausschusses vorgestellt hatten. Mit einer Ausnahme: „Eigentlich hatte sich Claudia Oetzmann-Franke vom Dorfausschuss gewissenhaft vorbereitet, doch sie musste kurzfristig doch arbeiten“, sagt Jürgen Winter. Für sie sprang Jörg Golze ein, der allerdings nicht gerade den Eindruck machte, als sei er nicht vorbereitet. Nach einem kleinen Rundgang zu Fuß durch Teile des Ortes mit Zwischenstopps In der Masch, am Feuerwehrgerätehaus, auf dem Hof der Bohlsener Mühle und nach dem Besuch von zwei Bauernhöfen ging es auf einem Anhänger, gezogen von einem historischen Traktor, durch die Umgebung von Bohlsen. Einen Blick erhaschte die Jury auf den Schweinestall von Jan Schröder und auf die Backstraße der Bohlsener Mühle. Nicht verschwiegen wurde der Hähnchenmaststall und die Diskussion zwischen ökologischem und konventionellem Landbau.

Das Wachstum des Ortes wurde anhand des Neubaugebiets gezeigt. „Bohlsen möchte bedarfsgerecht wachsen und nicht zu groß werden. Die eventuelle Ausweisung neuer Bauplätze wird mit allen konstruktiv diskutiert“, erklärte Bürgermeister Otto Schröder. Dr. Conrad Welp berichtete von der Gründung des Vereins Bohlser für Bohlsen, der die Bewohner noch enger miteinander vernetzen soll. „Wir haben viele interessante Einblicke bekommen. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich drücke die Daumen“, sagte Jurymitglied und Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens ganz diplomatisch nach der Tour – dann ging es weiter nach Seedorf.

Dort wurde die Kommission schon sehnsüchtig von der Seedorfer Dorfgemeinschaft erwartet. Vom Reisebus ging es direkt ins Dorfgemeinschaftshaus, denn hier hatte die Dorfgemeinschaft um Sprecher Uwe Bosse-Dreweskracht gewissenhaft eine Power-Point-Präsentation vorbereitet. Zuvor aber begrüßte Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller, er selbst ist Seedorfer, die Gesellschaft: „Hier in Seedorf treffen Tradition und Moderne aufeinander. Jung spielt mit Alt Computerspiele, Alt zeigt Jung, wie man Gummitwist spielt – alle sind gerne und aktiv dabei.“ Das sei aber nur ein Punkt, der für eine intakte Dorfgemeinschaft spräche. Im Rahmen der Präsentation wurde deutlich, wie viele Veranstaltungen im Laufe eines Jahres durchgeführt werden. Und immer wieder packen alle gemeinsam mit an. Butterkuchenfest, Kartoffelfest, Neujahrsempfang, Müllsammelaktion, Frühjahrs- und Herbstputz sind nur einige der Veranstaltungen, die fest im Jahresplaner verankert sind. „Das Vereinsleben in unserem Ort ist intakt“, so Bosse-Dreweskracht.

All das, was vorher im Rahmen der Präsentation gezeigt wurde, wurde mit einem Rundgang durch den Heideort untermauert. Schon gleich die zweite Station beeindruckte: Vor einigen Jahren wurde das ehemalige Trafohaus in Zusammenarbeit mit dem BUND zu einer Niststätte für Eulen und andere Vögel umgebaut. Auch wurde vor Jahren schon mit einer Abrundungssatzung dafür gesorgt, dass in Seedorf vorhandene Bauplätze genutzt werden können. Die Bushaltestelle wurde in Eigenarbeit hergestellt, der Teich ausgebaggert. Die Krönung war die Fertigstellung der Ortsdurchfahrt. „Nach einem langen Kampf mit dem Landkreis konnten wir 2009 große Einweihung feiern“, so Bosse-Dreweskracht. Auch in Seedorf ist die Spannung groß. Wie das Ergebnis am Freitag aussehen wird – niemand mag eine Prognose abgeben.

Von Meike Bornemann und Jörn Nolting

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