Zwangsvereinigung statt Fusion?

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Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister von Bodenteich, Claus-Dieter Reese, steht für den Wiederaufbau der Burg, trotz Verschuldung. Ohne eine Fusion mit der Samtgemeinde Wrestedt sieht er die Streichung der freiwilligen Leistungen – auch für die Schützen.

Bad Bodenteich. Ein kurzfristiges Angebot zu einer Diskussionsveranstaltung macht Bodenteichs stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Claus-Dieter Reese (CDU) den beiden Vertretern der Wrestedter Sozialdemokraten Sylvia Meier und Andreas Dobslaw. Thema: die Fusion der beiden Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt. „Diese Chance muss für die Zukunft unseres Raumes genutzt werden“, bekräftigt der CDU-Ratsherr. Von Jörn Nolting

Doch Reese richtet sich nicht nur an die beiden Ratsmitglieder aus Wrestedt, sondern auch an Suderburgs Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz und den SPD-Ratsherren des Fleckens Bad Bodenteich Wolf-Dieter Hiltner. „Bereits 2008 habe ich erfahren, dass das Land plant, ein Entschuldungsprogramm für finanzschwache Gemeinden aufzulegen“, schildert Reese. Damit war für ihn die Absicht bereits früh vor dem offiziellen Beschluss bekannt. „Zeitdruck entsteht nur, wenn man sich zu spät damit beschäftigt und dann zum Blockierer wird“, stellt der Christdemokrat fest. Friedhelm Schulz hat sich laut Reese durch seine Äußerungen selbst disqualifiziert.

In Richtung Wolf-Dieter Hiltner, der in einem AZ-Leserbrief die Verschuldung der anprangerte und eine Einheitsgemeinde dem Modell Samtgemeindefusion vorzieht, spricht Reese von „falschen Zahlen“, was die Einsparungen durch eine Einheitsgemeinde angeht. Auch was die Verschuldung betrifft, steht der Christdemokrat für den Wiederaufbau der Burg und zum Ausbau des Seeparks sowie den Maßnahmen in den Seewiesen und zur Ortskernsanierung.

„Wie sähe Bodenteich aus, wenn wir dies nicht in Angriff genommen hätten?“, fragt Reese. Er steht gern für den Ausbau des Kindergartens und der Krippe sowie des Radwegenetzes und für die Investitionen in die Sportanlagen.

Was die Blockadehaltung der Wrestedter Sozialdemokraten bedeuten könnte, erklärt Reese: „Die im Zukunftsvertrag bereitgestellten Mittel sind futsch.“ Denn nach der laufenden Freiwilligkeitsphase bieten sich laut dem Gutachten „Kommunalstrukturen in Niedersachsen“ von Professor Dr. Dr. h.c. Joachim Jens Hesse auch „gelenkte Fusionen“ an.

„Wir würden zwangsvereinigt, aber hätten unsere Verschuldung zu 75 Prozent nicht abbauen können“, mahnt Reese. Die Folgen: Die bisherigen Bedarfszuweisungen werden stark gekürzt und es kommt alles auf den Prüfstand. Dies umfasst alle freiwilligen Leistungen, also auch alle Freibäder, Sportanlagen, Schützenhäuser und die Förderung von Vereinen.

Jede Investition wird man mit der Kommunalaufsicht abstimmen müssen und auch die im Zukunftsvertrag aufgeführten Einsparungen müssen parallel dazu ebenfalls umgesetzt werden. „Diese Tatsachen haben dann die Verweigerer zu verantworten“, sagt Reese.

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