Zuschuss statt Zeltplatz für Wieren – Pläne in Oldenstadt

Kreistag beschließt Aus für zwei Jugendeinrichtungen im Kreis Uelzen

Ein Bild vom Jugendzeltlagerplatz in Wieren.
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Der Kreistag hat jetzt das Aus für den Jugendzeltlagerplatz in Wieren beschlossen. Im Gegenzug sollen bis zu 300. 000 Euro als Zuschuss für die Sanierung des Vereinsheims des TuS Wieren fließen.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Der Uelzener Kreistag hat beschlossen, die Jugendfreizeiteinrichtungen in Wieren und Bruchtorf unter dem Gesichtspunkt der Haushaltskonsolidierung nicht weiter zu betreiben.

  • Es ist das Aus für die Jugendfreizeiteinrichtungen in Wieren und Bruchtorf
  • Als Grund nannte Uelzens Kreistag die Haushaltskonsolidierung.
  • Stattdessen winkt der Gemeinde Wrestedt ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 300 000 Euro für die Sanierung des Vereinsheims des TuS Wieren.

Wieren/Bruchtorf/Oldenstadt – Im gleichen Zug soll die Jugendbildungsstätte Oldenstadt indes saniert und mit einem neuen Nutzungskonzept fortgeführt werden. Damit folgten die Kreispolitiker einer entsprechenden Empfehlung des Kreisausschusses vom 8. Dezember.

Zudem wurde beschlossen, dass der Gemeinde Wrestedt, die Eigentümerin des Jugendzeltplatzes in Wieren ist, bei einer einvernehmlichen Beendigung des Pachtvertrages vom Landkreis ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 300 000 Euro für die Sanierung des Vereinsheims des TuS Wieren zur Verfügung gestellt wird.

Die Vereine aus Wieren – der TuS, Wieren 2030, der Arbeitskreis Handwerk, Handel und Gewerbe sowie die Aktion Sommerbad Wieren – hatten sich zuletzt noch einmal gemeinsam Ende Oktober für einen Erhalt des Zeltplatzes in der Trägerschaft des Landkreises eingesetzt.

Dem folgend beantragten die Grünen unter dem Tagesordnungspunkt „Operative Ziele“, neben Oldenstadt auch Wieren fortzuführen – jedoch ohne Erfolg. Gerade in einer ländlichen Region sei es wichtig, Jugendbildung zu betreiben, betonte Fraktionschef Markus Jordan. Für die FDP hatte Léonard Hyfing ergänzt: „In anderen Bereichen geben wir enorme Summen aus, hier reden wir über maximal 20000 Euro und Einnahmen auf der anderen Seite. Warum sollen wir so eine wunderbare Einrichtung wie die in Wieren ohne Not schließen?“

CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Heinrich Weichsel erklärte, dass man drei Einrichtungen im Kreis nicht benötige. Der Bereich sei insgesamt defizitär, die große Mehrheit der Gruppen und Teilnehmer seien über Jahre aus Orten außerhalb des Landkreises gekommen. „Wir sollten lieber eine Einrichtung vernünftig ausstatten. Wieren ist nicht das ganze Jahr nutzbar“, so Weichsel.

Dem schloss sich Andreas Dobslaw für die SPD an. Er warf den Grünen und konkret Markus Jordan vor, das Thema erst angesichts dessen Bundestagskandidatur für sich entdeckt zu haben. „Wo waren denn die Grünen in den letzten Jahren? Wo ist der Nachteil für Wieren ohne den Zeltplatz? Wir haben das Sportlerheim des TuS Wieren schleifen lassen, das ist der eigentliche Skandal. Mit den 300 000 Euro tun wir dem Verein einen großen Gefallen. Und Oldenstadt ist im Vergleich zu Wieren und Bruchtorf deutlich attraktiver“, sagte Dobslaw.

27 der 36 Kreispolitiker folgten am Ende dem Vorschlag des Kreisausschusses und beschlossen die operativen Ziele – und damit das Aus für den Betrieb von Wieren und Bruchtorf durch den Kreis. Die Kündigung für Bruchtorf kann zum 31. Dezember 2021 ausgesprochen werden, die für Wieren jederzeit mit einer Frist von zwei Monaten. Wie es dort für den Zeltplatz ohne Unterstützung durch den Landkreis weitergeht, ist offen.

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