Zukunft des Kreishauses ungewiss

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1954 wurde das Kreishaus fertig gestellt: Der Fachbau ist heute sanierungsbedürftig.

Uelzen. Neue Wohnungen und Häuser im Stadtgebiet, bei denen die Mieter nur aus der Haustür treten brauchen, um etwas einzukaufen zu können: Der Verein Ilmenaustadt will, wie berichtet, Uelzens Innenstadt weiterentwickeln – dabei blicken die Mitglieder nicht nur auf den Herzogenplatz.

Auf der Fläche zwischen neuem Marktcenter und Amtsgericht, dort wo das Kreishaus steht, kann sich der Verein ein Wohngebiet vorstellen. Auf seiner Homepage hat der Verein sogar bereits eine Grafik hochgeladen, wie das Wohnquartier aussehen könnte. Eine irrwitzige Idee oder reale Option?.

Kommenden Dienstag tagt der Kreisausschuss in nicht öffentlicher Sitzung. Tagesordnungspunkt 13 lautet: „Kreishaus Veerßer Straße 53“. Viel will der Landkreis auf AZ-Nachfrage zu diesem Tagesordnungspunkt nicht sagen. „Einer politischen Diskussion soll nicht vorgegriffen werden“, sagt Kreissprecher Martin Theine. So viel ist ihm dann doch zu entlocken: Das Gebäudemanagement wird zur Frage referieren, ob eine weitere Sanierung des Kreishauses oder womöglich ein Umzug der Verwaltung in andere Räume oder einen Neubau Sinn macht. „Es gibt erste grobe Überlegungen und Berechnungen“, so Theine.

Klar ist: Das Kreishaus ist ein Sanierungsfall und längst zu einer Dauerbaustelle geworden. „Es gibt ständig Arbeiten“, sagt Theine. Das Gebäude wurde 1954 fertiggestellt. Die Vorschriften zum Brandschutz sind heute andere als damals: Brandschutztüren müssen eingebaut werden, Fluchtwege sind vorzuhalten. Die Elektrik ist zudem überaltet, wird schrittweise erneuert – 2012 kündigte die Kreisverwaltung eine umfassende Sanierung der elektrischen Anlage für die kommenden Jahre an.

950 000 Euro soll sie kosten. 50 000 Euro wurden in diesem Jahr in den Haushalt eingestellt. Ausgaben, bei denen sich die Kreistagsmitglieder die Frage stellen, ob sich eine Sanierung des alten Gebäudes noch rechnet. Womöglich ist ein Neubau oder ein Umzug günstiger.

Die Ilmenaustadt hätte, um ihr Wohnquartier realisieren zu können, auch eine Idee dazu: Die Kreisverwaltung könnte in das frühere Telekom-Gebäude an der Bahnhofstraße ziehen. 2007 hatte sich das Unternehmen weitestgehend aus der Uhlenköperstadt zurückgezogen, heute ist noch die Vivento Customer Services GmbH (VCS) als Telekom-Tochter in dem Komplex untergebracht. Ihr droht Ende 2016 das Aus.

Kurt Ziplys (SPD), Mitglied sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag, kann dem Vorschlag viel abgewinnen: Das Gebäude eigne sich für die Kreisverwaltung. Für Landrat Dr. Heiko Blume (CDU) ist hingegen das Telekom-Gebäude keine Lösung. Seines Wissens sei das Objekt nur anzumieten, so Blume. Und zur Frage, ob ein Kreishaus nicht an anderer Stelle neu aufgebaut werden könnte, heißt es aus dem alten Kreishaus: Man wolle am Standort an der Veerßer Straße gerne festhalten.

Von Norman Reuter

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