Der Dienstleister des Dienstleisters

Zugtickets in Uelzen: Änderungen hinter den Kulissen

Gleich neben dem Haupteingang hat der Store seinen Platz, in dem nicht nur Brötchen und Getränke, sondern auch Zugtickets verkauft werden.
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Gleich neben dem Haupteingang hat der Store seinen Platz, in dem nicht nur Brötchen und Getränke, sondern auch Zugtickets verkauft werden.

Uelzen – Demonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz und Krisengipfel: Ein Jahr ist es genau her, dass nach dem Auszug des DB-Reisezentrums aus dem Hundertwasser-Bahnhof die Wellen hochschlugen – vor allem auch, weil der als Lösung eingerichtete Ticketverkauf in einem Getränke- und Brötchenstore die Gemüter erregte.

Tickets konnten seinerzeit mitunter nicht ausgestellt oder Buchungen nicht storniert werden.

In der Politik wurde Handlungsbedarf gesehen. Die CDU und die Ratsgruppe um die Grünen machten sich für eine Mobilitätszentrale im Bahnhof stark – die Idee: Dort sollten nicht nur Tickets zu erwerben sein, sondern Uelzener auch E-Bikes mieten können und Touristen Auskünfte erhalten. Stadtsprecherin Sandy Naake erklärt nun, Anfang 2020, auf Nachfrage: „Zurzeit gibt es noch kein Konzept für die Mobilitätszentrale.“ Unterdessen wird es am Montag beim Ticketverkauf im Bahnhof hinter den Kulissen Veränderungen geben.

Die Aufgabe des Ticketverkaufs im Bahnhof liegt nach dem Auszug des DB-Reisezentrums in den Händen der Uelzener Eisenbahngesellschaft „Metronom“. Diese tritt aber nicht direkt als Verkäufer auf, sondern bedient sich von Anbeginn mit „Valora“ eines Dienstleisters. Nun wiederum gibt Valora die Aufgabe an einen weiteren Dienstleister weiter. Kurz und knapp: Der Dienstleister des Dienstleisters wird tätig.

Dabei handelt es sich nach AZ-Informationen um den Betreiber der Tankstellenanlage am B4-Kreisverkehr in Höhe der JVA. Dieser wollte sich nicht äußern. Metronom teilt mit: Das jetzt gewählte Konzept setze Valora an vielen seiner Standorte erfolgreich um, „damit ihre Filialen sich noch stärker an den lokalen Besonderheiten und Bedürfnissen ausrichten können.“

Laut Metronom hat sich der Ticketverkauf inzwischen eingespielt. „Es gibt keinen Grund davon auszugehen, dass etwas nicht läuft“, sagt Metronom-Sprecher Björn Pamperin. Die Verkaufszahlen würden inzwischen bei dem Niveau liegen, das man erwartet habe. Mehr als früher verkauft auch Silja Eichmann-Bartels in ihrem Reisebüro an der Bahnhofstraße Bahntickets. Sie glaube, dass Kunden teilweise gar nicht mehr zum Bahnhof gehen, sondern direkt zu ihr kommen würden.

Nach Angaben von Metronom wird es mit dem Wechsel am Montag nicht zu personellen Änderungen kommen. Das bisherige Personal werde übernommen. Auch Standort und Öffnungszeiten würden die Gleichen bleiben.

Und wie geht es weiter in Sachen „Mobilitätszentrale“? Stadtsprecherin Naake berichtet: Als Grundlage für die Mobilitätszentrale solle zunächst noch ein Mobilitätskonzept (Zum Thema) erarbeitet werden.

VON NORMAN REUTER

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