Kleine Rüben, große Sorgen

Zuckerproduktion startet: Rüben werden ab Donnerstag in Uelzen verarbeitet

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Jetzt wird wieder aufgeladen: Ab Mitte kommender Woche werden Rübenlaster wieder die süßen Erntefrüchte in das Uelzener Nordzuckerwerk fahren. 

Uelzen – Es wird in Uelzen wieder Zucker produziert. Die Rüben dafür sind in der Region nicht so prächtig gewachsen. Darüber hinaus hat Nordzucker noch mit weiteren Herausforderungen zu kämpfen.

Die Rübe sucht das Wasser. Bis zu zwei Meter in die Tiefe kann das Wurzelwerk der Frucht reichen, um Wasser zum Wachsen aufzunehmen. In der Region um Uelzen fanden die angepflanzten Rüben in diesem Jahr aber kaum ausreichend Mengen an Wasser. Nach dem Dürrejahr 2018 und geringen Niederschlägen im Winter waren die Böden trocken.

Hat die Ernte-Erträge im Blick: Georg Sander.

„Wir sind mit einem Wasserdefizit gestartet. Die Niederschläge, die dann kamen, waren nicht zufriedenstellend“, erklärt Georg Sander. Im Uelzener Nordzuckerwerk ist er für die Rübenbeschaffung zuständig, hat damit Rübenwachstum und Ernte-Erträge im Blick, die jetzt von Bedeutung werden. Kommenden Donnerstag startet in der Hansestadt die Zucker-Produktion.

Für die Region muss Georg Sander festhalten: „Wir rechnen mit einer unterdurchschnittlichen Ernte.“ Das sei „schlimm“ für die betroffenen Anbauer. Geringere Erntemengen bringen weniger Einnahmen für sie.

Das Uelzener Nordzuckerwerk erhält Rüben nicht nur aus der Uelzener Region, sondern aus dem gesamten norddeutschen Raum. Und beim Blick auf das Liefergebiet stellt der Zuckerproduzent fest, dass die Ernte nicht überall so mager ausfallen wird. In Schleswig-Holstein rechnet Nordzucker mit guten Erträgen. In Mecklenburg-Vorpommern sei das Bild sehr „gemischt“, so Sander.

Unterm Strich sollen im Uelzener Werk bis zum Kampagnen-Ende im Januar etwa 2,2 Millionen Tonnen an Rüben verarbeitet werden. Eine vergleichbare Menge wie im Vorjahr. Allerdings fällt der Zuckergehalt in den Rüben geringer aus.

Ist für das Uelzener Werk zuständig: Mathias Böker.

Rübenwachstum 2019 und Erntelage ist nicht das einzige Thema beim Zuckerproduzenten. Wie berichtet, sind die Preise für Zucker eingebrochen – Nordzucker lebt aktuell von Reserven. Einsparungen soll es über effizientere Produktionsabläufe geben, aber auch ein Personalabbau im Verwaltungsbereich ist, wie berichtet, vorgesehen. Es gebe dazu laufende Verhandlungen, sagt Mathias Böker, Leiter des Uelzener Werkes. Er schließt nicht aus, dass in den nächsten Jahren auch der Standort in der Hansestadt von den Personaleinsparungen im Verwaltungsbereich betroffen ist.

Nordzucker hofft, die Talsohle in Sachen Zuckerpreise durchschreiten können. Dann wird aber nicht alles gut sein, glaubt Georg Sander. Er erinnert daran, dass es noch einen verzerrten Wettbewerb innerhalb Europas gibt. Länder in der EU zahlen Sonderbeihilfen – Deutschland ist nicht darunter. Neue Regelungen wie die Düngeverordnungen werden zudem in der Landwirtschaft ihren Niederschlag finden. Am Ende stelle sich die Frage der Rohstoffsicherung für die Zuckerproduktion, so Sander.

VON NORMAN REUTER

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