Bücherbus im Landkreis bittet Kommunen um stärkere finanzielle Unterstützung

Ein Zubrot für die Zukunft

Die Mitarbeiter des Bücherbusses, hier in ihrem Magazin an der Tivolistraße in Uelzen, hoffen, dass die neugewählten Räte in den Kommunen ein offenes Ohr für den Verein haben. Archivfoto: Marwede

Uelzen/Landkreis. Der neuen Zusammensetzung der Stadt- und Samtgemeinderäte nach der Kommunalwahl blickt Wolfram Sest mit einer Mischung aus Zuversicht und Ungewissheit entgegen.

Der Vorsitzende des Vereins Bücherbus im Landkreis Uelzen hofft, dass die derzeit ungeregelte finanzielle Unterstützung des Bücherbusses durch die Kommunen künftig auf ein solideres Fundament gesetzt wird.

Wolfram Sest

Die Haushaltssituation des Vereins sei nach wie vor angespannt, gibt Sest zu. „Wir brauchen pro Jahr etwa 100 000 Euro an öffentlichen Zuschüssen, um über die Runden zu kommen.“ Der Landkreis, von dem der Verein 2005 den Betrieb der Kreisfahrbücherei übernommen hat, gewährt 70 000 Euro jährlich. Die übrigen 30 000 Euro soll der Bücherbus gemäß einer Vereinbarung von den Städten und Samtgemeinden im Kreis Uelzen einwerben. Doch nicht alle Kommunen zahlen – und das hat Folgen für den Bücherbus. „Zurzeit bekommen wir weniger als 10 000 Euro im Jahr als verlässliche Zuschüsse der Kommunen“, erklärt Sest. „Deshalb schrumpfen unsere Rücklagen immer weiter. Momentan haben wir nur noch knapp 20 000 Euro in unserer Kasse.“ Dieser Betrag würde gerade einmal reichen, das Haushaltsdefizit ein weiteres Jahr zu decken. Danach stünde der Verein aber vor einer finanziell ungewissen Zukunft.

Jeweils rund 3500 Euro pro Jahr erhält der Bücherbus bislang von der Stadt Uelzen und der Samtgemeinde Bevensen, sagt Sest. Etwa 2200 Euro fließen nach seinen Worten von der Samtgemeinde Bodenteich, hinzu kommen 500 Euro aus Ebstorf. Die anderen Kommunen gewähren aktuell keine Zuschüsse und verweisen darauf, dass sie über ihre Kreisumlage den Bus bereits mitfinanzieren.

„Für uns ist es aber extrem mühsam, immer wieder mit den einzelnen Samtgemeinden neu zu verhandeln“, erklärt Sest. „Das ist für uns nicht zumutbar.“ Außerdem sei unklar, ob die neu gegründeten Samtgemeinden Bevensen-Ebstorf und Aue dem Bücherbus weiterhin Zuschüsse gewähren werden.

Sests Ziel ist daher, künftig nur noch einen einzigen Ansprechpartner zu haben, mit dem er über Zuschüsse spricht. Der Wunschpartner des Vereinsvorsitzenden ist der Landkreis. Vielleicht werde die Bildung des neuen Kreistages zum 1. November zu einer veränderten Wahrnehmung des Bücherbusses führen, hofft Sest auf ein konstruktives Miteinander mit der Kreispolitik. „Denn wir brauchen Planungssicherheit.“

Von Bernd Schossadowski

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