Buden-Betreiber beklagen hohe Kosten und schlechte Qualität – und wollen das Zepter übernehmen

Zoff um den Weihnachtsmarkt

+
Außer Essen und Trinken nicht viel Attraktives? Um den Uelzener Weihnachtsmarkt, hier mit der Leiterin der Touristinformation, Anke Steffen (rechts), ist ein Streit entbrannt.

Uelzen. Seit nunmehr 15 Jahren diskutieren die Uelzener über die Qualität ihres Weihnachtsmarktes, ebenso lang wird er vom Veranstalter Andreas Matuschak ausgerichtet.

Und zunächst schien es nur Formsache, dass die Stadt den Vertrag mit dem Organisator aus Büchen um fünf weitere Jahre verlängert. Doch kurz vor der Sitzung des zuständigen Ausschusses für Wirtschaftsförderung ging im Rathaus eine zweite Bewerbung für die Ausrichtung des Uelzener Weihnachtsmarktes ein – von zwei Budenbetreibern, die sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen haben: dem Schlachtermeister Bruno Szwajkiewicz, der seit vielen Jahren auf den Uelzener Märkten einen Imbissstand betreibt, und dem Weinhändler Ingo Schulte, der seit Jahren mit einem Glühweinstand dabei ist.

Die zweite Bewerbung stellte den Ausschuss vor ein Dilemma: Denn die Zeit drängt, wenn man für den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr noch attraktive Schausteller gewinnen will. Ihm sei letztlich völlig egal, wer den Weihnachtsmarkt ausrichtet, sagte Citymanager Joachim Lotz. „Ziel muss sein, dass die Qualität gehalten wird oder steigt.“ Mittlerweile würden die Verträge mit den Anbietern bereits im Februar abgeschlossen „und was dann übrig bleibt, ist eigentlich nur noch Schrott“.

Während Ordnungsamtsleiter Volker Leddin die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit Andreas Matuschak lobte und ihn als „verlässlichen Verhandlungspartner“ würdigte, sahen die Ausschussmitglieder das schon differenzierter – wohl mancher hatte noch den „Bratwurstkrieg“ um die besten Standplätze im Jahre 2010 in schlechter Erinnerung, der letztlich sogar vor dem Verwaltungsgericht ausgetragen wurde.

Und Henning Gröfke (CDU) merkte an, dass Matuschak durchaus nicht immer einen gelungenen Markt auf die Beine gestellt habe und er den Begriff der „guten Zusammenarbeit“ pauschal so nicht unterschreiben würde.

Und noch immer gärt es unter den Budenbetreibern, die Bewerbung von Schulte und Szwajkiewicz sei ein Beleg dafür, sprach Uwe Schwenke, Vorsitzender des Uelzener Handelsvereins und beratendes Ausschussmitglied, Klartext: „Wenn ich letztes Jahr über den Weihnachtsmarkt gegangen bin, wusste ich schon, wer gut mit Herrn Matuschak konnte und wer nicht“, sagte er im Hinblick auf die Standortverteilung.

Letztlich seien beide Bewerbungen zu wenig aussagekräftig, „wir brauchen jetzt klare Qualitätskriterien“, forderte Bürgermeister Jürgen Markwardt. „Wir haben zwei Angebote vorliegen, die müssen sich messen und zwar in kurzer Zeit.“

Die Stadt will jetzt einen Qualitätskatalog erarbeiten, bei einer außerplanmäßigen Sitzung des Ausschusses im März soll dann eine Entscheidung fallen – in der Hoffnung, dass dann nicht nur „Schrott“ auf dem Anbietermarkt für den Weihnachtszauber 2016 übrig ist...

Von Thomas Mitzlaff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare