Zittern im „kleinen Finale“

Ein Tor voraus, ein Tor hinterher. Bis zum 3:2 für die Deutsche Mannschaft blieb es für die Uelzener an der Fanmeile spannend.

Uelzen - Von Janina Fuge. Der Gegner war am Sonnabend gleich ein doppelter: Die starken „Urus“, gegen die es die deutsche Mannschaft anzufeuern galt – und jenes „Die-Luft-ist-raus“-Gefühl nach dem Nicht-Einzug ins WM-Finale. Und dennoch, auch trotz der am Abend immer noch mehr als 30 Grad, stellten sich am Sonnabend immerhin knapp 300 wackere Fußball-Fans in Uelzens Jabelmannhalle dem letzten Public-Viewing-Ereignis dieser Weltmeisterschaft.

Unter ihnen: Jennifer Papenburg (20) und Stefanie Heinrich (21). „Ist doch klar, dass wir das Team bis zuletzt unterstützen“, meinten sie. Mit riesigen Fan-Hüten in Deutschland-Farben, schwarz-rot-goldenen Flaggen um die Hüften, ebensolchen Ohrringen, Girlanden, Wangen-Tattoos ausstaffiert, fieberten die beiden direkt vor der großen Leinwand, bangten bei den Toren der urugayischen Mannschaft und jubelten, als Jansen, Müller und Khedira trafen.

Die Stimmung in der Jabelmannhalle war ausgelassen, das Publikum jung, feierfreudig und begeistert ob der Leistung, die Jogi Löws Jungs in den vergangenen Wochen abgeliefert haben. Mit annähernd elf Freunden waren auch Nick, Timon, Marten und Jana unterwegs, eine fußballbegeisterte Teenager-Bande in Trikots und voller Begeisterung für „Schweinsteiger“, den alle durch die Bank wahlweise für „den Besten“, den „Kopf der Mannschaft“ oder auch martialisch „den Führungsspieler“ hielten. Und klar war für alle: Im Anschluss an das Spiel gibt’s „übelst Party“. Und das, gestand man, eigentlich auch ohne Sieg.

Den gab es dann aber ja doch, eng war es in letzter Minute und gezittert hat da in der Jabelmanhalle auch so mancher. Gerade schoss Diego Forlán von der urugayischen Mannschaft das zweite Tor, da mussten Michelle Barth (14) und Samantha Sayn (14) zu besonderen Mitteln greifen. Ein großes Herz malten sich beide spontan als Motivation auf den Arm, in den Deutschland-Farben natürlich, um so gestärkt gleich noch mehr mitzufiebern. Und das tat auch Tommy Mundt, der das bunte Publikum am Getränkestand mit kühlem Nass versorgte, aber ebenfalls kaum einen Blick von der Leinwand ließ, die Faust mit schwarz-rot-goldenem Schweißband ballte, als Özil, Schweinsteiger und Co. sich weltklassisch die Bälle passten – und einfach Fan sein wollte an diesem Abend.

In den letzten Minuten klatschten sich die Uelzener Fans die Anspannung aus der Seele, Torschluss-Jubel setzte ein, Leute fielen sich in die Arme, „Deutschlaaand“-Gesänge setzten ein. Kurz nach dem Abpfiff löste sich die Jabelmann-Fangemeinschaft allerdings schnell auf, man zog weiter in die Stadt, ein kleiner Autokorso würdigte Deutschlands 3. Platz. Uelzen zeigte sich freudig – der große Jubeltaumel blieb allerdings aus. Vielleicht gibt’s den dann ja in vier Jahren.

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