Plakat-Protest ist bekannt / „Nur was ich kenne, schütze ich“

Zirkus und PETA im Streit

kah Uelzen. Am frühen gestrigen Morgen hat Pressesprecher Sascha Grodotzki die kleinen Plakate an den großen Plakaten des Zirkus entdeckt.

Er hat die „Fällt aus wegen Tierquälerei“-Plakate fotografiert, ging zur Polizei und erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung, Verleumdung und übler Nachrede. Er kennt das schon: In anderen, gerade größeren Städten passiere das. Dass das Veterinäramt bescheinigt, dass die Auflagen eingehalten werden, bekräftigt seine bisherigen Stellungnahmen, nach denen es den Tieren gut gehe.

Der Straftatsbestand der Tierquälerei sei beim Zirkus Charles Knie nicht gegeben. „Jeder, der Ahnung von Tieren hat, weiß auch, dass man mit leidenden Tieren nicht zusammen leben und diese auch nicht in der Manege präsentieren könnte“, schreibt Grodotzki. Der Zirkus Charles Knie ist nach eigenen Angaben einer der wenigen deutschen Zirkusbetriebe, der seit diesem Jahr eine unbefristete Genehmigung zur Schaustellung der Tiere hat. Das zuständige Veterinäramt habe in den vergangenen sechs Jahren den Zirkus genau geprüft, bevor die unbefristete Erlaubnis ausgestellt worden sei.

Bereits in den vergangenen Tagen hat die Tierschutzorganisation PETA den Zirkus wegen Tierquälerei verklagt (die AZ berichtete). PETA habe nach eigenen Angaben bei den Gastspielen in Aachen, Krefeld und Remscheid im Juli und August 2012 dokumentiert, dass die Elefanten bei den Ortswechseln bis zu 16 Stunden auf dem Transporter ausharren müssten. Der Zirkus bestreitet diese Vorwürfe, man gebe Acht darauf, die Tiere nur wenige Stunden zu transportieren. Das Zurschaustellen von Tieren würde auch, sagt Grodotzki, einen pädagogischen Sinn erfüllen: „Nur was ich kenne, schütze ich“ sei ein Spruch des Gründers. Derzeit wolle der Zirkus eine unabhängige Studie erstellen lassen, die die Belastung von Tieren in Zirkussen durchleuchte.

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