Ziel des Erstattungsmarathons in Sichtweite

Open-R-Veranstalter Ulrich Gustävel hat 14.000 Karten für „Tote Hosen“ rückabgewickelt

Ulrich Gustävel hatte nach eigenen Angaben 27 500 Karten für das Open-R-Festival 2020 mit den „Toten Hosen“ als Highlight verkauft. Beim Erstattungsmarathon ist jetzt das Ziel in Sicht, parallel laufen die Planungen für 2021.
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Ulrich Gustävel hatte nach eigenen Angaben 27 500 Karten für das Open-R-Festival 2020 mit den „Toten Hosen“ als Highlight verkauft. Beim Erstattungsmarathon ist jetzt das Ziel in Sicht, parallel laufen die Planungen für 2021.

Uelzen – Am 28. und 29. August soll das „Open R“-Festival 2021 in Uelzen steigen. Veranstalter Ulrich Gustävel plant trotz der Corona-Pandemie und des neuerlichen Lockdowns unter Hochdruck in diese Richtung.

„Neue Töne“ heißt das Motto am ersten Tag bei den Auftritten von Johannes Oerding, Nico Santos, Joris, Lotte und Benne. Sonntags dann soll Roland Kaiser mit seiner Band für Stimmung in der „Almased-Arena“ sorgen.

Doch so ungewiss die Planungen aktuell auch laufen müssen, so umfangreich ist Gustävels Team noch immer damit beschäftigt, im übertragenen Sinne die Spuren des ausgefallenen Festivals 2020 zu beseitigen. „Wir hatten letztes Jahr bis zum März 27 500 Tickets verkauft, das wäre sensationell geworden“, hat es Gustävel hart getroffen, dass das geplante Konzerte der Düsseldorfer Kult-Rocker „Die Toten Hosen“ abgesagt werden musste.

Eine Verpflichtung von Campino und Co. für 2021 war nämlich wegen der Absage der gesamten Tour nicht zu realisieren, während eben Roland Kaiser und auch Johannes Oerding sowie Joris, Lotte und Benne erneut zu verpflichten waren. Der fürs vergangene Jahr eingeplante Xavier Naidoo wird – wie bereits berichtet – durch Nico Santos mindestens gleichwertig ersetzt.

„17 500 Karten hatten wir alleine für die Toten Hosen verkauft. Seit der Absage muss jedes einzelne Ticket rückabgewickelt werden. Zwei Angestellte machen nichts anderes, 14 000 Karten haben wir inzwischen abgearbeitet. Die meisten haben also ihr Geld zurückerhalten, aber das dauert einfach seine Zeit“, sagt Ulrich Gustävel darauf angesprochen, dass es auch weit über Uelzen hinaus immer noch Menschen gibt, die auf die Erstattung des Ticketpreises warten.

Deshalb dauert die Erstattung so lange

Aber warum dauert es denn konkret so lange, das Geld an die Käufer zurückzuzahlen? Gustävel erklärt das so: „Auf unserer Internetseite www.openrfestival.de gibt es ein Formular, das heruntergeladen und ausgefüllt werden muss. Zusammen mit den Karten muss das dann an uns geschickt werden. Wir scannen die Tickets und prüfen sie auf ihre Echtheit, legen für jeden einzelnen Vorgang die persönlichen Kontaktdaten inklusive der Kontonummer an. Das dauert einfach, weil ja auch unsere Mitarbeiter seit März alle in Kurzarbeit sind.“

In Summe hat Gustävel mehr als 100 Veranstaltungen beispielsweise in seiner Jabelmann-Halle stornieren müssen und plant andersherum auch schon wieder nach vorne für den Moment, ab dem Events wieder stattfinden dürfen. Das alles muss sein Personal ebenfalls stemmen. „Wir haben deshalb tatsächlich sogar unsere Telefonleitung stillgelegt, damit unsere Leute in Ruhe arbeiten können. Ich verstehe, dass das dem einen oder anderen zu lange dauert, das ist aber nicht zu ändern. Ich bitte um etwas Geduld und vor allem um Vertrauen“, trifft es den Veranstalter sehr wohl hart, dass ihm manche in sozialen Netzwerken vorwerfen, ein zwielichtiger Geschäftsmann zu sein, der sich womöglich das Geld in die eigene Tasche gesteckt habe. „Ich bin ganz bestimmt kein Betrüger. Wir planen unser Festival 2021, es sieht alles ganz positiv aus, wir haben jedenfalls vom Bund eine Förderzusage bekommen“, so Gustävel, der nach eigenen Angaben rund 10 000 Karten für den 28. und 29. August verkauft hat – auch, weil viele Fans der „Neuen Töne“ ihre Karten behalten haben.

„Viele Menschen haben uns toll unterstützt, auf die Erstattung von Geld ganz oder teilweise verzichtet“, berichtet Gustävel bei aller berechtigten Kritik an seiner vielleicht zu dürftigen Informationspolitik auch von großer Solidarität. Und alle Musikfans eint mit dem Veranstalter ja vor allem die Hoffnung, dass Uelzen wieder ein „Open R“ erleben darf.

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