18-Jähriger will lebensgefährliche Tritte des Angeklagten gesehen haben

Zeuge belastet Robert K.

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Ein 18-jähriger Zeuge hat den wegen versuchten Totschlags angeklagten Robert K. gestern Nachmittag vor dem Landgericht Lüneburg belastet.

Uelzen/Lüneburg. Ein 18-jähriger Zeuge hat den wegen versuchten Totschlags angeklagten Robert K. gestern Nachmittag vor dem Landgericht Lüneburg belastet: Der junge Mann gab an, in der Nacht zum 2. Juli 2011 gesehen zu haben, wie Robert K. einem damals 42-jährigen Uelzener an der Gudesstraße „etwa zwei Mal“ gegen den Kopf getreten zu haben.

Der Mann habe zu diesem Zeitpunkt bereits verletzt am Boden gelegen.

Der Vorsitzende Richter Thomas Wolter wollte es ganz genau wissen: „Was haben Sie gesehen?“ fragte er den jungen Zeugen. „Dass er aufs Gesicht raufgetreten ist“, antwortete dieser. „Wer war das?“ „Robert.“

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Ein heiterer Angeklagter

Der Verteidiger des Angeklagten, Volker König, merkte allerdings an, dass der Zeuge in der ersten Instanz des Verfahrens noch anderes ausgesagt habe: Aus dem ersten Urteil gehe hervor, der 18-Jährige habe angegeben, nicht zu wissen, wer zugetreten habe. Zur Erinnerung: Die 1. große Jugendkammer des Landgerichts hatte Robert K. bereits im April 2012 wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Auf Revision des Angeklagten hatte der Bundesgerichtshof das Urteil aber aufgehoben, weil das Geständnis von Robert K. gegenüber der Untersuchungsrichterin kurz nach seiner Verhaftung aus Rechtsgründen für eine Verurteilung nicht verwertbar gewesen sei.

„Überlegen Sie sich das“, mahnte Anwalt König den Zeugen an, „das ist hier kein Kinderspiel.“ Doch der 18-Jährige versicherte auf wiederholte Nachfrage von Richter Wolter: Er meine, auch im ersten Verfahren schon ausgesagt zu haben, dass er den Angeklagten als Täter erkannt habe.

Ein Kriminaloberkommissar der Uelzener Polizei, der gestern ebenfalls als Zeuge aussagte, erinnerte sich, dass es schwierig gewesen sei, Zeugen für den Vorfall zu finden – aus Angst vor Repressalien aus dem Umfeld der Verdächtigen, die der sogenannten Douglas-Bande zugeordnet werden. „Ich vermute, dass die Leute Angst haben“, sagte der Kriminalbeamte. Die damalige Aussage des heute 18-Jährigen halte er für glaubwürdig. Letztendlich habe sie dazu geführt, dass Robert K. und ein weiterer 20-Jähriger, Hussein S., zu Beschuldigten geworden seien.

Letzterer war gestern ebenfalls Teilnehmer der Hauptverhandlung gegen Robert K., und zwar als Zeuge. Eigentlich hätte er bereits am Montag aussagen sollen, doch er und auch der Angeklagte waren dort, wie berichtet, nicht erschienen. Sie begründeten gestern auch, warum das so war...

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