Zertrümmerte Türen, beschmierte Wände

Mutwillige Zerstörungen und Schmierereien, wie hier in der Toilette am Uelzener ZOB, beschäftigen das Gebäudemanagement der Stadt. Sie sind mit hohen Reparaturkosten verbunden. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Die Kacheln sind mit Graffiti besprüht, Türen eingetreten, Spiegel und Seifenhalter abgerissen, Waschbecken demoliert. Und es gibt an den Wänden immer wieder Schmierereien mit Exkrementen. Die öffentlichen Toiletten im Alten Rathaus und am ZOB neben dem Hundertwasser-Bahnhof werden immer öfter von Randalierern heimgesucht.

„Die Vandalismus-Schäden haben in den vergangenen Jahren zugenommen“, sagt Manfred Knaak, kaufmännischer Vorstand des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg. „Der Respekt vor fremdem Eigentum ist verloren gegangen.“ Die mutwilligen Beschädigungen seien absolut ärgerlich, pflichtet ihm Abteilungsleiter Eckhardt Meier bei, „weil sie völlig unnötig sind“. So habe das Gebäudemanagement einmal eine zerstörte Toilettentür ausgetauscht – bereits am nächsten Tag hatten Unbekannte sie erneut zertrümmert.

Vor allem wirken die Schäden abschreckend auf die WC-Benutzer, und sie sind mit zusätzlichen Kosten für das Gebäudemanagement verbunden. „Wir werden am ZOB eine neue, vandalismussichere Toiletten-Anlage einbauen. Die wird uns mindestens 50 000 Euro kosten“, erklärt Meier. Er beziffert die im vorigen Jahr verursachten Schäden in den ZOB-Toiletten auf rund 10 000 Euro, im Alten Rathaus seien es 5000 bis 7000 Euro gewesen.

Eine Chance, die Täter dingfest zu machen, besteht indes kaum. „Wir können nicht jede öffentliche Toilette mit einer Aufsichtskraft versehen. Und Überwachungskameras sind dort natürlich vollkommen ausgeschlossen“, betont Meier.

Besonders alarmierend ist für ihn der Zeitraum, in dem die Beschädigungen in den Toiletten am Alten Rathaus verursacht werden. Bis um 17 Uhr ist die Anlage an Markttagen beaufsichtigt, um 18 Uhr wird sie geschlossen. Doch genau in jener Stunde schlagen die Randalierer manchmal zu. „Das ist sehr unschön für die Marktbeschicker“, berichtet Meier. „Wir haben von ihnen schon mehrfach Klagen gehört.“

Aber nicht nur in Toiletten, auch an öffentlichen Gebäuden lassen Randalierer immer wieder ihren Frust ab. Sie schlagen zum Beispiel Scheiben der Turnhalle des Herzog-Gymnasiums ein, zünden Müllcontainer an, zerstören die Eingangstür der Grundschule Veerßen.

„Wir zeigen jeden festgestellten Schaden an“, sagt Knaak. Doch die Polizei hat bislang nur wenige Einzeltäter ermitteln können. „Wir versuchen, die Zerstörungen durch vernünftige Präsenz in der Innenstadt zu unterbinden“, erläutert Ralf Munstermann, Einsatzdienstleiter der Polizei Uelzen. Mehr als 100 Mal am Tag seien Streifenwagen auf den Hauptstraßen im Zentrum der Stadt unterwegs. Ganz verhindern ließen sich die Vandalismus-Schäden aber nicht. „Hier sind Täter ohne Sinn und Verstand am Werk“, sagt Munstermann.

Von Bernd Schossadowski

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