Täter gefährden Bahn und Passanten in Uelzen / Spur führt zu zwei Jungen

ICE zermalmt Steine

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Auf diesen Schienen auf Höhe Breidenbeck in Uelzen sollen mindestens fünf Steine gelegen haben.

Uelzen. Zwei 13 und 14 Jahre alte Jungen haben offenbar Steine aus einem Schotterbett auf die Bahngleise im Bereich Breidenbeck/Meisterweg in Uelzen gelegt.

Als ein ICE aus Hamburg, der Richtung Hannover unterwegs war, die Steine mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Metern pro Sekunde zermalmte, bestand zwar für die Fahrgäste keine Gefahr. Splitter der gesprengten Steine hätten jedoch die verdächtigen Jungen selbst und andere Passanten verletzen können. Das erklärt Holger Jureczko, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Bremen, auf AZ-Nachfrage.

An den Rädern des ICE können bei dem Vorfall am Donnerstagnachmittag Schäden entstanden sein, zudem sei ein Gleiskabel über 40 Meter Länge aus der Halterung gerissen worden. Die Bundespolizei hat die mutmaßlichen Übeltäter schnell gefasst. Sie seien mit Fahrrädern weiter Richtung Veerßen geflüchtet.

Nachdem der Uelzener Fahrdienstleiter meldete, dass der ICE Steine überfahren hatte, entdeckten die Beamten Steinmehl auf den Schienen. Sie folgten den Fuß- und Radspuren im Schnee, berichtet Jureczko, und bemerkten die dazugehörigen Jungen etwa einen Kilometer vom Tatort entfernt, als sie gerade wieder die Bahngleise ansteuerten. Sie sollen die Tat zugegeben haben.

Die Untersuchungen an den Rädern des ICE sind noch nicht abgeschlossen. Sollten diese beschädigt sein, könnten Kosten von mehreren tausend Euro entstehen. Dafür müssten die Familien der mutmaßlichen Täter aufkommen. Jureczko weist darauf hin, dass die Bahn auch 13- oder 14-Jährigen den Schaden in Rechnung stellen könne, und diese dann zahlen müssten, sobald sie selbst Einnahmen haben. Er berichtet von einem jungen Mann aus Celle, der im Alter von zwölf Jahren Kabel am Gleis zerstört habe. Die Schadenssumme von 15 000 Euro müsse er nun im Alter von Anfang 20 abzahlen.

Den Uelzener Verdächtigen steht wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr auch eine strafrechtliche Klage bevor. Von genau solchen Taten will die Bundespolizei Kinder abbringen, betont der Pressesprecher. Gerade deshalb werden jährlich 8000 Grundschüler über das Verhalten an Bahngleisen informiert, erklärt er.

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