Sturmtief schleudert Bäume auf Straßen und Häuserdächer, legt Bahnstrecken zeitweise lahm

„Zeljko“ fegt über den Landkreis

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Der „Treffpunkt Wieren“ wurde in der Nacht zu Sonntag unter einer Buche begraben.

Uelzen/Landkreis. Entwurzelte Bäume und beschädigte Oberleitungen – Sturmtief „Zeljko“ hat dem Landkreis Uelzen am Wochenende ordentlich zugesetzt. In zwei Wellen brauste der Sturm mit Böen in Orkanstärke über die Region hinweg.

Die Feuerwehrleitstelle Uelzen zählte die meisten Einsätze am Sonnabend zwischen 15. 27 und 17 Uhr sowie zwischen 19. 30 und Mitternacht.

Ein Baum krachte auf das Dach des Schießstandes in Linden, weitere blockierten unter anderem Straßen in Bad Bevensen, Varbitz, Schafwedel, Hanstedt I und Uelzen sowie die B  4, Höhe Suderburger Kreisverkehr. Auf ein Haus in Wessenstedt drohte ein Baum zu fallen.

In der Nacht zu Sonntag schleuderte der Wind einen großen Ast einer Buche direkt auf den „Treffpunkt Wieren“. Der kürzlich von der Landjugend Wieren erstellte Holzpavillon wurde beschädigt.

Die rund 400 Teilnehmer des Kreiszeltlagers der Jugendfeuerwehren packten aufgrund der Wetterlage vorzeitig ihre Taschen. Sie reisten bereits am Sonnabend aus Lüder ab – geplant war das Zeltlagerende eigentlich erst für gestern. „Es ging im südlichen Teil des Landkreises los und zog dann über uns hinweg. Der äußerste Norden blieb eher verschont“, zieht ein Sprecher der Feuerwehr-Einsatzleitzentrale Uelzen gestern auf AZ-Nachfrage ein Fazit, das die Organisatoren des Bevenser Stadtfestes bestätigen können. Die Innenstadt-Fete (Seite 6) blieb größtenteils vom Wüten „Zeljkos“ verschont – obgleich die Veranstalter für alle Fälle gerüstet waren: „Die Bühne kann bis zu Windstärke acht bespielt werden, das entspricht 80 km/h“, erklärt Mirko Heil vom Lüneburger Bühnentechnik-Unternehmen „Amphire“, das die Bühne am Kirchplatz aufgebaut hatte. Per Windmesser und direktem Draht zum deutschen Wetterdienst behielt er die Windstärken im Blick, die bei Maximalböen um 50 km/h unproblematisch blieben.

„Es war nicht übermäßig stürmisch, aber so ein Sturm ist eher ungewöhnlich für die Jahreszeit“, ordnet ein Sprecher der Uelzener Feuerwehr ein. Auch der deutsche Wetterdienst spricht von einer Wetterlage, die für den Sommer „ungewöhnlich heftig“ ist. Weil die Bäume voller Laub sind, bieten sie dem Sturm viel Angriffsfläche.

Am Sonntag beruhigte sich die Wetterlage wieder, Bahnfahrer mussten dennoch Geduld beweisen: Die Strecke Hannover-Bremen konnte beispielsweise zeitweise nur eingleisig befahren werden. Zwischen Hamburg und Hannover kam es zu Verspätungen.

Von Wiebke Brütt

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