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Wie hat sich die Parkraum-Situation in Uelzens Innenstadt entwickelt?

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Von: Norman Reuter

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Früher und heute: Der öffentliche Parkplatz vor der Sparkasse an der Veerßer Straße ist dem Kreisverkehr und dem Busumstiegsplatz gewichen.
Früher und heute: Der öffentliche Parkplatz vor der Sparkasse an der Veerßer Straße ist dem Kreisverkehr und dem Busumstiegsplatz gewichen. © Reuter, Norman

Die Uelzener Politik wird in einer der nächsten Bauausschuss-Sitzungen darüber beraten, ob nach 2018 ein weiteres Mal die Parkplatz-Situation untersucht werden soll. In den zurückliegenden Jahren standen in der Innenstadt teils mehrere hundert Parkplätze weniger zur Verfügung. 

Uelzen – Die Parkpalette am Bahnhof wurde abgerissen. Der öffentliche Parkplatz vor der Sparkasse ist dem neuen Kreisverkehr und Busumstiegsplatz gewichen. Und mit dem anstehenden Bau von Gebäuden ist der unbefestigte Stellplatz an der Hutmacherstraße nicht mehr nutzbar. Die Zahl der Parkplätze in Uelzen hat in den zurückliegenden Jahren abgenommen. Das ruft Kritiker auf den Plan.

In Sozialen Netzwerken sind Kommentare wie dieser zu lesen: „Für mal eben schnell was zu besorgen, fährt man dann vermutlich nicht mehr in die Innenstadt. Egal ob ein Blumenstrauß, um eben was zu Essen rauszu holen, Haushaltseinkauf bei Rossmann, zur Apotheke oder oder... Es war vorher auch schon schwer genug, einen Parkplatz zu finden.“

Wie viele Parkplätze sind aber nun im Detail weggefallen? Das hat die AZ die Stadtverwaltung gefragt. 2018 ist die Parkplatz-Situation untersucht worden. Seinerzeit wurden rund 5500 Stellplätze in der Innenstadt gezählt. „2022 standen durch den Abbruch der Parkpalette am Bahnhof (400 Plätze) und einiger Baustellen circa 4800 Parkplätze zur Verfügung“, berichtet Stadtsprecherin Ute Krüger.

Im neuen Jahr werden es laut Auskunft aus dem Rathaus wieder mehr sein, die genutzt werden können. Die Stadt geht von 5160 aus. „Rechnet man den künftigen neuen P&R-Parkplatz hinzu, wird mit 5440 Parkplätzen die Zahl aus 2018 nahezu wieder erreicht“, so Ute Krüger. Auf der Freifläche am Bahnhof, die als Alternative zum abgerissenen Parkhaus hergerichtet werden soll (AZ berichtete), sind etwa 280 Parkplätze vorgesehen. Baubeginn soll Ende des Jahres sein.

Welche Parkplätze besonders genutzt werden, dazu liegen keine Angaben vor. Zu aufwendig sei es, dies zu erfassen, erklärt die Hansestadt. Auch in der Studie von 2018 lasse sich kein klarer „Spitzenreiter“ finden, weil über den Tag und auch an Wochentagen verteilt die Auslastung schwanke. Auch zu dem Marktcenter-Parkhaus, das als gute Möglichkeit genannt wird, um sein Auto in der Innenstadt abzustellen, gibt es keine Nutzerzahlen.

Der Einzelhandelsverein hat die Parkplatz-Thematik auf dem Schirm. „Wir sind ein Flächenlandkreis“, sagt die Vorsitzende Gabriele Cordes-Marschall gegenüber der AZ. Einen ÖPNV gebe es zwar, aber längst nicht in einem Ausmaß, das den Individualverkehr überflüssig mache. Folglich brauche es auch das entsprechende Parkangebot. Dass Plätze in den zurückliegenden Jahren wegfielen, treibt sie um. „Es mag ja sein, dass die Zeit einmal kommt, in dem kein Wagen mehr benötigt wird. Aber da sind wir noch nicht“, sagt sie. Deswegen sei es der falsche Weg, von jetzt auf gleich Parkplätze abzubauen, Straßen dichtzumachen. „Es muss was für die Übergangszeit geben. Das muss in Stufen laufen“, meint Cordes-Marschall.

Sie hat auch die Baustellen der letzten Jahre noch in guter Erinnerung. „Und der Bürgermeister hat angekündigt, dass es 2023 weitere gehen wird“, sagt Cordes Marschall. Entscheidend sei dabei, miteinander im Gespräch zu sein, damit es nicht zu bösen Überraschungen komme. „Jedes Dichtmachen kostet Kunden“, sagt sie.

Die Stadtverwaltung kommt, ausgehend von der Studie 2018 und mit Blick auf die Auslastung bei der Parkplatz-Situation, zu dem Ergebnis, dass das Parkplatzangebot in der Innenstadt „insgesamt weiterhin gut“ sei. Und doch: Behandelt werden soll das Thema in einer der nächsten Bauausschuss-Sitzungen, wie Ute Krüger sagt. Dann werde es auch darum gehen, ob es einen Auftrag zu einer erneuten Auswertung der Parkraumsituation geben solle.

Kommentar

Klar, an den Wochenmarkttagen wird´s eng. Aber sonst finden sich Parkplätze in der Innenstadt. Vielleicht nicht direkt vor der Tür, durch die man treten will. Vielleicht nur zeitlich beschränkt, was die Beschäftigen in der Innenstadt umtreiben dürfte. Aber so dramatisch, wie es sich in manchem Internet-Kommentar liest, ist die Situation nicht. Gleichwohl ist anzuerkennen, dass nach wie vor Stellplätze benötigt werden. Denn auch wenn es augen- scheinlich mehr Radler geworden sind, zeigt sich anhand der angemeldeten Fahrzeuge im Kreis, dass es eher mehr als weniger werden. Ende 2020 waren es 88 651 im Kreis, jetzt sind es 91077. Damit braucht es auch entsprechende Stellplätze. Dass mit ihnen aber die Innenstadt „gerettet“ wäre, ist ein Trugschluss. Da braucht es mehr.

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