Kreis will kurzfristig Schulen und Kommunen zu Streichungen anhören / Kritik von Elternvertretern

Zeitnöte bei neuem Busfahrplan

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Welche Auswirkungen haben die Streichungen im ÖPNV auf den Schülerverkehr? Das ist eine Frage, die nach den politischen Beratungen nun im Raum steht.

Uelzen/Landkreis. Die Verwaltung des Landkreises wird kurzfristig Schulen und Kommunen zu dem eingedampften Busfahrplan anhören. Das teilte der Kreissprecher Martin Theine gestern auf AZ-Nachfrage mit.

Im kommenden Monat bereits will die Politik die Streichungen im Öffentlichen Personennahverkehr, die 2016 mit einer Ausschreibung des Busliniennetzes des Landkreises Uelzen wirksam werden würden, beschließen. Davor wolle der Landkreis zur „Feinabstimmung“ die Schulen und Kommunen noch beteiligen, sagte Theine. Dies war vor den nun laufenden politischen Beratungen nicht geschehen.

Ein Umstand, der bei Schulelternvertretern zur Frage führte, ob die geplanten Streichungen Einfluss auf die Fahrzeiten der Schüler haben werden. Dirk Jaskolla, Vorsitzender des Schuleternrates vom Lessing-Gymnasium in Uelzen, sieht jetzt schon Defizite beim Schülertransport, wie er der AZ sagte. So seien Schüler aus dem Raum Bienenbüttel und Rosche mindestens eine Stunde nach Uelzen unterwegs, während die Fahrt nach Bad Bevensen nur eine halbe Stunde dauere. Dies dürfe als Vorteil für die Kooperative Gesamtschule in Bad Bevensen bewertet werden. Jaskolla erklärt, dass nun mit einem neuen Busliniennetz die Zeit gekommen sei, um dieses Manko zu beheben. Es dürfe nicht weiter bestehen oder sich durch die geplanten Änderungen ausweiten.

Martin Theine betonte gestern, dass der diskutierte Fahrplan vorrangig am Schülertransport ausgerichtet sei. In den Beratungsvorlagen heißt es: Der Schülertransport sei das Rückgrat des Busliniennetzes. Dennoch kommt es durch die Streichungen auch in den Morgen- und Mittagsstunden zu Veränderungen. So hatte Kreistagsmitglied Gudrun Klippe bei der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses angemahnt, dass nach dem erarbeiteten Fahrplan den Jungen und Mädchen nach Schulschluss zu wenig Zeit bleibe, um die Bushaltestelle an der Arbeitsagentur zu erreichen. Über solche Anmerkungen sei man dankbar, hatte seinerzeit Dietmar Opalka von der Verkehrsgesellschaft Nordostniedersachsen (VNO) erklärt. Die VNO hatte den Fahrplan auf Geheiß der Politik vor dem Hintergrund steigender Kosten eingedampft – ihn aber nicht den Schulen oder Kommunen vorgelegt. Aus Zeitgründen, wie Opalka sagte.

Von Norman Reuter

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