Zimmer sind nach Hotelschließung noch immer gefragt / Zwölf Veranstaltungen seit Jahresbeginn

Die Zeit steht still in der Stadthalle

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Blick über den Tresen: Im Restaurant der Stadthalle wird seit Januar kein Bier mehr gezapft.

Uelzen. Im Mülleimer liegt noch eine leere Plastikflasche, im Badezimmer sind Duschproben und Nagelpflegeset auf dem Waschbeckenrand drapiert. Im Hotel der Uelzener Stadthalle scheint seit der Schließung zum Jahresende 2014 die Zeit stehengeblieben zu sein.

Dessen Betreiber hatte aufgegeben, seitdem werden auch im Restaurant keine Gäste mehr bewirtet.

Im Hotel ist die Zeit stehengeblieben. Es liegt noch Müll im Korb.

Doch die Stille trügt: Wie berichtet, hatten Aufsichtsrat und der Verwaltungsausschuss der Stadt entschieden, die Säle der Stadthalle ab 2015 noch mindestens zwei weitere Jahre zu nutzen. Weil aber aufgrund der ungewissen Zukunft des Gebäudes kein neuer Betreiber für Restaurant und Hotel hätte gefunden werden können, so der Geschäftsführer der Stadthallen GmbH Uelzen, Manfred Knaak, entschied man sich für eine andere Lösung: Ein vorgegebener Caterer ist jetzt zunächst ein Jahr lang für die Bewirtung zuständig.

Denn an Mietern für die Säle mangelt es laut Knaak nicht: Zwölf Veranstaltungen habe es seit Jahresbeginn gegeben – allerdings nur noch Großevents, weil sich alles andere für den Caterer nicht rechne.

Mit der Saalmiete ließen sich die Kosten für Unterhaltung, Pflege und Nutzung des Gebäudes aber nur zu einem geringen Teil ausgleichen.

Zwischen 120 000 und 125 000 Euro fielen dafür jährlich an. 20 000 Euro davon hofft die Stadt durch Saalvermietungen abzudecken. Derweil laufen auf dem Handy des Geschäftsführers immer wieder Anrufe von Gästen der Stadt auf, die nach einem der rund 20 Hotelzimmer fragen – „bis in die Nacht“, verrät Knaak. „Es gibt ja reichlich Bedarf hier. Das Hotel Stadt Hamburg ist auch zu. Das fällt natürlich auf.“

Die Zimmer wären theoretisch sogar bezugsfertig. Die Bettdecken sind ordentlich zusammengefaltet, in den Balkontöpfen vor den Fenstern blüht die Heide, nicht einmal Fernseher und Telefon wurden abgebaut. Die Entsorgung würde bloß Geld kosten. „Und alles was Geld kostet – im Augenblick nicht“, betont Knaak.

Was die Sicherheitsanforderungen betreffe, versichert der Geschäftsführer, sei die Stadthalle „top“ in Schuss. Erst im vergangenen Jahr sei in die Brandmeldeanlage investiert worden. Und: „Schimmel bildet sich hier nicht.“ Zumal geheizt und gelüftet werde.

Von Anna Petersen

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