Rastanlagen-Gegner wollen klagen

NDR zeichnet in Hanstedt II Radiosendung zum geplanten Bau bei Riestedt auf

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Petra Merz (2. v. rechts) beantwortet eine Frage der Moderatorin Anke Genius. Auch Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt (links), Dirk Möller (verdeckt) und Eckehard Niemann (rechts) kamen zu Wort. 

Uelzen-Hanstedt II – Mit 60 Gästen war der Saal von Meyers Gasthaus in Hanstedt II voll besetzt.

Zur Radio-Diskussion der NDR-Sendung „Jetzt reicht’s!“ hatten sich auch rund zehn Riestedter eingefunden, die sich überwiegend gegen den umstrittenen Bau einer Tank- und Rastanlage an der geplanten A 39 bei Riestedt einsetzen. Wortbeiträge von Petra Merz (Bürgerinitiative gegen die Tast- und Rastanlage Riestedt) und Eckehard Niemann (Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen) wurden von den Gästen oft mit lautem Applaus begleitet.

Allerdings waren auch keine 100 Gäste mehr zu diesem Thema gekommen wie noch Anfang Oktober bei einer Infoveranstaltung im Ratssaal des Rathauses. Und die mitgebrachten Schilder, auf denen sich die Riestedter gegen den Bau einer Tank- und Rastanlage wehren, blieben unbenutzt auf dem Boden des Saales liegen.

„Wir wollen keine Tankanlage für Riestedt“, sagte Merz, die ebenso wie Niemann zu den Gegnern der Anlage zählt. „Wir sind sicher, dass wir Riestedt mit einer Klage als Standort verhindern können“, so Niemann. Das ausgewählte Rastanlagenkonzept sei seiner Meinung nach „grob fehlerhaft ermittelt, falsch und aussichtsreich beklagbar.“ Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt erklärte, dass eine große Mehrheit aus dem Uelzener Raum für die A 39 sei. „Aus dem Gewerbe bekomme ich die Rückmeldungen: Gehe es ohne Autobahn weiter, könne man nicht in Uelzen bleiben. Wir wollen keine weitere zeitliche Verzögerung“, sagte der Bürgermeister.

NDR-Moderatorin Anke Genius ließ zunächst die vier Podiumsdiskussionspartner zu Wort kommen. „Wir haben Riestedt als Vorzugsanlage herausgearbeitet“, erklärte Dirk Möller, der für die niedersächsische Landesbehörde Straßenbau und Verkehr arbeitet. Björn Meyer vom beauftragten Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen sprach sich ebenfalls für Riestedt als Rastanlage aus.

Berücksichtigungen fanden bei der Diskussion auch Wortbeiträge von den Gästen im Publikum. So sagte Landwirt Jörg Hacke aus Pieperhöfen, der für die Rastanlage landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung stellen müsste: „Die Böden liefern gute Ernteergebnisse. Ich bitte um einen fairen Umgang, was Ausgleichsflächen angeht. Schließlich ist unsere Existenz bedroht.“ Abschließend sagte Niemann, dass man in zehn Jahren feiern werde, da der „unsinnige Autobahnbau gestoppt“ worden sei. Markwardt versprach für Riestedt „so geringe Auswirkungen wie möglich“. Die einstündige Sendung wurde gestern Abend beim Radiosender NDR 1 Niedersachsen ausgestrahlt.

VON TIMO HÖLSCHER

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