"Suche meinen Sohn..."

Zehnjähriger weggelaufen: Wer ist der ältere Mann?

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Uelzen. Mit der öffentlichen Suche in sozialen Netzwerken nach ihrem vermissten zehnjährigen Jungen hat eine Mutter aus Uelzen eine bundesweite Welle der Anteilnahme ausgelöst – und schließlich Erfolg gehabt.

Wie am Abend bekannt wurde, handelt es sich bei dem älteren Mann um einen wegen Kindesmißbrauchs verurteilten Mannes. Alle Infos hier.

Unter dem Titel „Suche meinen Sohn...“ veröffentlichte sie ein Foto des Kindes, der Aufruf zur Mithilfe wurde bei „Facebook“innerhalb von nur 24 Stunden fast 200.000 Mal geteilt, andere Plattformen wie „Kindesmissbrauch.net“ übernahmen den Suchaufruf. Der zehnjährige Junge war in der Nacht zu Sonntag weggelaufen und wurde schließlich am Montag von der Polizei aufgegriffen, nachdem Zeugen das Kind aufgrund des Fotos im Internet erkannt hatten. Dass Jungen weglaufen, ist so selten nicht – doch die besonderen Umstände des Uelzener Falls hatten die Ermittler elektrisiert. Denn der Zehnjährige hatte in einem handgeschriebenen Brief seinen Eltern mitgeteilt, dass er sich künftig bei einem „super Partner“ aufhalten werde.

Nach Vermutung der Mutter handelt es sich dabei um einen etwa 60-jährigen Mann, in dessen Begleitung das Kind schon des öfteren gesehen worden war – unter anderem im Uelzener Schwimmbad. Die Polizei ließ aufhorchen, dass die Eltern offenbar schon des längeren von diesem Kontakt wussten, aber bislang keinen Versuch unternommen hatten, etwas über den deutlich älteren „Freund“ in Erfahrung zu bringen. „Nein, wir wissen über ihn eigentlich nichts“, bestätigten sie gegenüber der AZ. Laut Polizei hat der Junge kaum soziale Kontakte. Mittlerweile ist deshalb auch das Jugendamt eingeschaltet. Der Zehnjährige war in der Nacht zu Sonntag weggelaufen, die Eltern bemerkten dies am nächsten Morgen; am Vormittag bat die Mutter dann die Öffentlichkeit über Facebook um Mithilfe. Montagvormittag führte dann ein Zeugenhinweis die Polizei auf die richtige Spur. Sie griff den Zehnjährigen und den Mann außerhalb des Landkreises Uelzen auf – mehr wollen die Ermittler derzeit nicht preisgeben. Der Junge sei offenbar wohlauf, er wird jetzt ebenso wie sein Begleiter befragt.

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Ursprüngliche Meldung (vom 22. Juni 2015, 10:47 Uhr)

tm Uelzen. Die Polizei sucht fieberhaft nach einem zehnjährigen Jungen aus Uelzen, der seit der Nacht zu Sonntag vermisst wird. Das Kind hat den Eltern einen handschriftlichen Brief hinterlassen, in dem es angibt, sich bei einem „super Partner“ aufzuhalten.

Er werde sich regelmäßig melden. Die Polizei sucht derzeit intensiv nach dem Jungen und auch nach dem mysteriösen Partner. Dabei könnte es sich um einen etwa 60 Jahre alten Mann handeln, der sich laut Mutter „Erwin“ nennt und mit dem der Junge schon wiederholt im Uelzener Bad gesehen worden war.

Während die Polizei ein Gewaltverbrechen aktuell für wenig wahrscheinlich hält, hat sich in sozialen Netzwerken bereits in diversen Foren eine Eigendynamik entwickelt. So wurde das Hilfegesuchen der Mutter „Suche meinen Sohn...“ bereits mehr als 200 000 Mal geteilt. Und in den Beiträgen schießen die Spekulationen ins Uferlose: Über einen möglichen Kindesmissbrauch wird diskutiert, auch ein ensprechendes Suchforum bereits eingeschaltet. Und die Frage gestellt, warum die Polizei bei vermissten Kindern erst nach 24 Stunden tätig werden darf. Polizeisprecher Kai Richter dazu in der AZ: „Das ist völliger Unsinn, bei vermissten Kindern bewerten wir die Gesamtumstände und werden dann selbstverständlich sofort tätig.“

Der vermisste Junge ist 1,40 Meter groß, hat hellbrauner Haare und blaue Augen.

Von Thomas Mitzlaff

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