Population der Insekten wird seit Jahren größer

Uelzens Stadtförster: Zecken sind auf dem Vormarsch

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Zecken sind mehr als nur Plagegeister: Die Tiere können Krankheiten auslösen. Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Tiere sich immer weiter auch im Norden breit machen.

Uelzen. Die Zecken machen sich auf den Weg nach Norden. Der Gemeine Holzbock war bis vor Jahren vor allem in Süddeutschland heimisch. Der Klimawandel mit immer milderen Temperaturen beschleunigt die Ausbreitung in der norddeutschen Tiefebene.

Dass die Zecken in Richtung Norden wandern, hat das Umweltbundesamt (UBA) seit Jahren mit Forschungen nachgewiesen. Und die Zeit der Aktivitäten rückt auch im Jahresverlauf weiter nach vorne.

„Es ist gut möglich, dass es auch Zeckenbisse bereits im März gibt“, sagt Dr. Gerhard Wermes, Amtsarzt des Landkreises Uelzen. Zecken seien Insekten und bräuchten Wärme, um aktiv zu werden. Jetzt sei es vor allem noch nachts recht kalt, aber um die Mittagszeit erreichten die Temperaturen schon acht bis zehn Grad. „Bei über acht Grad ist Vorsicht gerade im Wald geboten“, sagt Wermes. Stadtförster Thomas Göllner hält es zwar für einigermaßen unwahrscheinlich, dass Spaziergänger in diesen Tagen von Zecken gebissen werden könnten. Doch habe er aber das Gefühl, dass in den vergangenen 10 bis 15 Jahren die Population der Zecken auch im Uelzener Stadtforst zugenommen habe. „Das Aufkommen ist meiner Einschätzung nach größer geworden“, sagt der Waldexperte.

Jede zehnte bis dritte Zecke sei Träger von Borrelien. Diese Bakterien lösen die so genannte Lyme Borreliose aus, sagt Gerhard Wermes. Nach einem Zeckenbiss bilde sich um die betroffene Stelle ein roter Ring auf der Haut. Die weiteren Symptome glichen einer leichten Grippe. Wenn der Ring nicht verschwinde und die Symptome zu Tage träten, sollte man den Arzt aufsuchen, rät Wermes. „Die Folgen eines Zeckenbisses lassen sich mit Antibiotika gut behandeln“, weiß der Mediziner. Eine Meldepflicht für Borreliose gebe es nicht.

Erkenntnisse über das Auftreten der gefürchteten FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) im Landkreis, eine durch Viren ausgelöste Hirnhautentzündung, habe er nicht, so Wermes. Die sei südlich der Mainlinie zu finden. Dennoch rät er, bei Spaziergängen durch Wald und Wiesen auch im Sommer lange Ärmel und Beinkleider zu tragen.

Von Jens Schopp

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