1,5 Kilometer Maschendraht sollen Schweine vor Infizierung schützen

Ein Zaun gegen die Schweinepest an Uelzens Wildgatter

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Dass um das Wildgatter derzeit ein Zaun gebaut wird, bleibt auch den Besuchern nicht verborgen. Uelzens Stadtförster Thomas Göllner verspricht aber, dass das Wildgatter weiterhin jederzeit besucht werden kann.

Uelzen. Die Frage ist nicht, ob sie sich bei uns ausbreitet, sondern wann. Da ist sich Uelzens Stadtförster Thomas Göllner sicher.

Meter um Meter reihen sich die dunklen Pfähle in diesen Tagen im Uelzener Wildgatter aneinander, bis sie bis Ende September fast das komplette Gehege – von den Wildschweinen bis zum Damwild – umschließen. Aus Vorsorge vor der afrikanischen Schweinepest baut der Stadtforst Uelzen einen 1,5 Kilometer langen Zaun.

„Eigentlich wollten wir schon zum Ende des Frühjahrs fertig sein“, erzählt der Stadtförster. Doch dann hat ihm und seinen Mitarbeitern der Borkenkäfer einen Strich durch die Rechnung gemacht (AZ berichtete): „Weil wir zurzeit hier im Wald täglich Bäume fällen müssen, verzögert sich alles.“ Trotzdem stehen die ersten Abschnitte des rund 30 000 Euro teuren Zauns bereits.

Das bleibt bei den Besuchern nicht unbemerkt. „Die Leute fragen schon sehr häufig, was es mit dem Zaun auf sich hat“, berichtet der Stadtförster. „Daran sieht man, dass das Interesse am Wildgehege groß ist.“ Die Sicht wird der zwei Meter hohe Maschendrahtzaun zwar nicht versperren. Der Zugang zu den Gehegen ist dann aber nur noch über eines von sieben Toren möglich. Das gab es seit der Entstehung des Wildgatters vor rund 50 Jahren noch nie. „Der Zaun dient ausschließlich der Tierseuchenprophylaxe“, sagt Göllner, und verspricht: „Der Zugang ist weiterhin jederzeit möglich.“ Die Tore sollen nicht abgeschlossen werden. Nur Radfahrer müssen dann absteigen, um die Tore zu öffnen.

Das Wildschweingehege wird zusätzlich eingezäunt. „So ist kein Kontakt zwischen Wildschweinen im Gehege zu Wildschweinen draußen möglich“, erklärt Göllner. Die afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, kann aber von Tier zu Tier übertragen werden. Aufzuhalten ist die Ausbreitung laut dem Stadtförster nicht. Dafür sei vor allem der Mensch verantwortlich: „Wenn jemand ein Wurstbrot im Wald wegwirft, kann der Virus auf die Wildschweine übertragen werden.“ In diesem Zusammenhang warnt Göllner davor, Wurst oder Fleisch in das Wildschweingehege zu werfen. „Nur Obst, Gemüse und Rohgetreide sind geeignet.“

Zwar sind andere Tiere wie Rehe nicht von der drohenden Schweinepest betroffen, doch auch das Rot- und das Damwildgehege werden eingezäunt. „Der Zaun hat auch den Effekt, dass wir die Tiere vor Wölfen schützen“, berichtet Göllner, denn Zaun und Pfähle reichen 30 Zentimeter tief in die Erde. „So können sich Wölfe nicht unter dem Zaun durchgraben.“

Wenn der erste Bauabschnitt rund um das Wildschweingehege beendet ist, sollen die Tore aufgestellt werden. „An fünf Stellen haben wir neben den Türen für die Besucher auch große Tore, damit wir mit unseren Fahrzeugen hier weiter lang fahren können“, erzählt Göllner. Diese werden aber nur bei Bedarf geöffnet und sind sonst abgeschlossen.

Übrigens sind die 400 Pfähle aus recyceltem Plastik. „So tun wir gleich etwas für die Umwelt und optisch passen sie gut in die Umgebung“, findet Göllner.

Von Sandra Hackenberg

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