Ein Fahrrad mit Mofa-Stärke

Zahl an schweren Unfällen mit Pedelecs im Landkreis Uelzen nimmt zu

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Pedelecs sind bei Senioren beliebt. Oft ist der Unterschied zu einem normalen Fahrrad kaum zu erkennen.

Uelzen – Es sieht aus wie ein Fahrrad, ist aber so schnell wie ein Mofa: Mit den Pedelecs ist auf den Straßen im Landkreis Uelzen ein neues Verkehrsmittel hinzugekommen.

„Die Gesellschaft ist auf diese neue Verkehrsart nicht vorbereitet“, sagt Andreas Dobslaw, Leiter der Unfallkommission.

Immer häufiger komme es auf den Straßen zu Fehleinschätzungen, die fatal sein können. Bei fünf der zehn Unfälle mit Pedelecs in 2018 gab es Schwerverletzte – im Jahr zuvor war es noch einer.

Eine Seniorin lässt sich beim Fahrradhändler Pedelecs zeigen.

Inzwischen sind die Motoren so kompakt im Fahrradrahmen verbaut, dass es laut Andreas Dobslaw sehr schwer für Autofahrer ist, zu erkennen, ob es sich um ein Pedelec oder ein normales Fahrrad handelt: „Der Autofahrer hat vielleicht eine Sekunde, in der er entscheiden muss, ob das Rad zwischen vier und sechs oder eben 25 Stundenkilometern schnell ist.“

Weil die Geschwindigkeit so häufig unterschätzt wird, seien Fahrer von Elektro-Fahrrädern im Straßenverkehr besonders gefährdet. „Das ist etwas, dessen sich der Fahrer eines Pedelecs bewusst sein muss.“ So ist es gerade beim Überqueren einer Straße ratsam, die Geschwindigkeit zu drosseln und darauf zu achten, dass man von anderen Verkehrsteilnehmern auch wahrgenommen wird.

Weil Unfälle mit Pedelecs aufgrund der höheren Geschwindigkeit häufig noch schwerwiegendere Folgen haben als mit einem normalen Fahrrad, muss die Helmpflicht unbedingt eingehalten werden. Andreas Dobslaw weiß, dass sich gerade Frauen oft davor scheuen und weist auf den Hövding hin. Das ist eine Art Halstuch, das im Falle eines Unfalls wie ein Airbag aufspringt und den Kopf schützt.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind Senioren laut dem Leiter der Unfallkommission besonders gefährdet: „Ich rate älteren Pedelec-Fahrern unbedingt, bei längeren Strecken Pausen einzulegen und sich nicht zu übernehmen.“ Oft lasse das körperliche Leistungsvermögen im Alter nicht mehr zu, dass ein Senior so lange Distanzen am Stück zurücklegt, wie sie mit einem motorunterstützten Fahrrad theoretisch möglich sind.

VON SANDRA HACKENBERG

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