Kreis Uelzen erwartet für 2014 mehr als 400 Flüchtlinge / Politik fordert Sprachkurse

Zahl der Asylbewerber steigt

Hilfe für Zuwanderer: Deutschlehrerin Rita Bünermann (Mitte) gibt beim Verein „Aktion Gemeinschaftssinn“ Sprachkurse.

Uelzen/Landkreis. Die Uelzener Kreisverwaltung rechnet im laufenden Jahr mit mehr Asylbewerbern als noch vor zwei Monaten erwartet. „2014 ist nach derzeitigem Stand mit insgesamt 416 Personen zu rechnen“, sagt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage. Zum Stichtag am 1.

Januar 2014 habe der Landkreis Uelzen an 294 Asylbewerber Leistungen erbracht. „Aktuell sind bis zur nächsten erwarteten Quotierung – voraussichtlich im September – vom Landkreis noch 122 Asylbewerber aufzunehmen und unterzubringen. “ Zum Vergleich: Anfang November vorigen Jahres hatten 212 Asylbewerber im hiesigen Landkreis eine neue Heimat gesucht, mit bis zu 170 weiteren Personen wurde für 2014 gerechnet.

Die steigende Zahl der Asylsuchenden stellt die Kreisverwaltung gleich vor zwei Herausforderungen. Zum einen müssen für die Menschen, die hauptsächlich aus Syrien, Russland, Serbien, Mazedonien, Albanien, Afghanistan und Iran stammen, Unterkünfte bereitgestellt werden. In den im Kreisgebiet zur Verfügung stehenden Wohnheimen sind laut Theine derzeit alle Plätze belegt. „Weitere 150 Personen sind in privat angemieteten Unterkünften untergebracht“, schildert er. Zusätzlicher Wohnraum werde langfristig aber noch benötigt.

Zum anderen entstehen dem Landkreis höhere Kosten für die Unterbringung und Versorgung der Asylbewerber. Im Haushaltsjahr 2013 seien insgesamt rund 1,5 Millionen Euro für diese Leistungen ausgegeben worden, berichtet Theine. „Für 2014 wird mit Gesamtausgaben von circa 2,4 Millionen Euro im Bereich des Asylbewerberleistungsgesetzes gerechnet.“ Zwar erhält der Kreis dafür eine jährliche Kopf-Pauschale von 5932 Euro vom Land. Doch die tatsächlichen Kosten gehen oft darüber hinaus und müssen dann aus dem Kreis-Etat finanziert werden (AZ berichtete).

Trotz der höheren Ausgaben des Landkreises sind sich Claus-Dieter Reese, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, und sein SPD-Amtskollege Jacques Voigtländer einig, dass den Asylbewerbern rasche und unbürokratische Hilfe zuteil werden muss. „Integration fängt bei der Sprache an“, sagt Voigtländer. Deshalb sei es wichtig, den Menschen so schnell wie möglich Sprachkurse anzubieten. „Wenn man Integration richtig will, muss das Land diese Kurse auch finanzieren“, fordert Reese.

Diese werden unter anderem vom Uelzener Verein „Aktion Gemeinschaftssinn“ angeboten. Dort unterrichtet Lehrerin Rita Bünermann derzeit etwa zwei Dutzend Asylbewerber in Deutsch und gibt ihnen auch praktische Tipps für das Leben im Landkreis Uelzen.

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