BUND bangt im Tiere im Uelzener Wildgatter

Minister Wenzel im exklusiven AZ-Interview: Zäune sollen’s richten

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Kaum ein Tier ruft derzeit so gegensätzliche Reaktionen hervor wie der Wolf.

ib/nre Brockhimbergen/Uelzen. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel bleibt dabei: Soll ein Miteinander mit dem Wolf gelingen, müssten vor allem die Menschen ihre Hausaufgaben machen.

Nutztierhalter seien gefordert, für eine wolfssichere Umzäunung auf ihren Weiden zu sorgen, und Annäherungen an Wölfe sollten dringend unterbleiben. Insgesamt dürfe bei dem Thema Wolf weder verniedlicht noch dramatisiert werden, appelliert der Minister exklusiv im AZ-Interview.

Kommentar: Der Wolf braucht Grenzen

Doch die Meldungen von Wolfssichtungen und -rissen lassen die Menschen in der Region nicht los: Der BUND als annerkannter Naturschutzverband sorgt sich angesichts der in Brockhimbergen gerissenen 20 Stück Damwild auch um die Tierbestände im Uelzener Wildgatter. Maike Sprengel-Krause vom Vorstand der Uelzener BUND-Kreisgruppe erklärt, größere Teile der Zäune des Gatters im Uelzener Stadtwald seien marode, am Damwild-Gehege endeten zudem Tore 25 Zentimeter über dem Boden. Für den Wolf sei es damit ein leichtes Spiel, auf Beutefang zu gehen. Sprengel- Krause weiter: „Und je öfter dem Wolf gelingt, mangelhafte Zäune zu überspringen oder zu untergraben, desto mehr spezialisiert er sich auf diese.“

Der BUND hofft, dass die Stadtforst schnell reagiert. Förster Thomas Göllner erklärt, die Zäune würden schrittweise erneuert, dabei würde auch auf den Wolfsschutz geachtet. Aber eine Wolfssichtung sei bislang im Stadtwaldgebiet nicht bekannt; dass einzelne Wölfe das Gebiet durchwandern, schließe er aber nicht aus.

Der BUND berichtet unterdessen, im Juni sei ein Wolf auf einer Wiese westlich angrenzend an den Stadtwald mit einer Wildkamera festgehalten worden.

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