Bürgerinitiativen machen sich für Alpha-Variante stark / Mehrheit bröckelt

Y-Trasse: Demo rollt auf Bahnforum zu

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Noch einmal soll es ein Großaufgebot der Einwohner geben – wie im vergangenen September, als die Bahn ihre Pläne in Uelzen vorstellte. Diesmal wollen die Bürgerinitiativen in Celle ein Zeichen für die Alpha-Variante setzen.

Uelzen/Celle. Zum Abschluss, nachdem alle Argumente ausgetauscht wurden, sollen noch einmal Bilder Bände sprechen: Unter dem Motto „Stunde der Wahrheit“ rufen Bürgerinitiativen, die sich im vergangenen Jahr zu den umstrittenen Bahnplänen für eine bessere Hafen-Hinterlandanbindung gründeten, zu einer Demonstration auf.

Einwohner der Heide sollen zur letzten Sitzung des Dialogforums am nächsten Donnerstag nach Celle strömen.

Friedrich-Karl Bodin aus Natendorf als einer der engagierten Bürger und Teilnehmer des Forums erinnert an das Großaufgebot an der Uelzener Stadthalle, das im vergangenen Herbst auf die Beine gestellt wurde, als Bahnvertreter in die Uhlenköperstadt kamen, um Varianten für mehr Gleiskapazitäten vorzustellen. Unter anderem Neubautrassen quer durch den Landkreis Uelzen. Mit der jetzt geplanten Kundgebung soll aber nicht gegen etwas die Fahnen geschwungen werden. Vielmehr soll gezeigt werden, dass die Region hinter der von einer Mehrheit im Forum befürworteten Lösung steht. Bei der sogenannten Alpha-Variante sollen statt eines umstrittenen Baus von neuen Trassen Bestandsstrecken ausgebaut und mehr Züge auf Strecken gepackt werden. Von Betriebsoptimierung ist die Rede. Die Bundespolitik, die das letzte Wort hat, soll gar nicht erst auf die Idee kommen, sich doch noch für eine andere Lösung auszusprechen. Die Kundgebung sei die beste Gelegenheit, die Realisierung des Alpha-Konzepts einzufordern, erklären Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Uelzen. Man könne Geschlossenheit zeigen.

Eine Geschlossenheit, die es in der Sache so nicht gibt. Das Votum für die Alpha-Variante aus dem Oktober bröckelt. Das schürt auch die Befürchtung bei den Bürgerinitiativen, die Politik könne doch noch für ein anderes Konzept votieren.

Vor allem die Hansestadt Hamburg hat ihre Zweifel an der Alpha-Lösung. Die Elbmetropole sieht, und dies wird durch ein vom Dialogforum in Auftrag gegebenes Gutachten sowie von dem früheren Bahnbeamten Rudolf Breimeier auch bestätigt, mit der Alpha-Lösung nicht ausreichend Kapazitäten geschaffen, damit ganztägig und dauerhaft die in den nächsten Jahren ansteigenden Gütermengen abgefahren werden können. Neben dem Ausbau von Strecken und einer besseren Auslastung von Routen müsse eine Trasse in Nord-Süd-Richtung entlang der A 7 entstehen, so die Hansestadt. Unterstützung erfährt sie vom Verkehrsclub Deutschland und zuletzt auch von Lüneburg. Die Nachbarstadt stößt sich vor allem an einem stärkeren Güterverkehr auf der Strecke Uelzen-Lüneburg, der wie der Bau eines dritten Gleises zur Alpha-Variante gehört. Am Donnerstag könnte auch dazu ein Abschlussdokument vorliegen.

Tobias Schütte aus Hansen, ebenfalls für die Bürgerinitiativen im Forum, hält dagegen: „Alpha verteilt die Lasten des Güterverkehrs über die gesamte Region“ Und: „Wir dürfen dem Lobbyismus der Neubaubefürworter keinen Raum geben, denn ein von der Bevölkerung breit getragener Konsens mit einer sinnvollen Lösung wiegt schwerer als die Einzelinteressen der Seehäfen, denen ist unser Lebensraum egal.“

Von Norman Reuter

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