Infoabend zu Asylbewerber-Unterkünften: Bürger wollen Klarheit über Betreiber

Der Wunsch nach Sicherheit

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444 Asylbewerber leben derzeit im Kreis – die Grafik zeigt die Verteilung ihrer Nationalitäten.

Uelzen. „Großunterkünfte sollen bei uns keine Brennpunkte werden“, stellt Werner Marienfeld, Leiter des Kreis-Sozialamtes, bei der Informationsveranstaltung zu den beiden geplanten Asylbewerberheimen in Uelzen klar.

Denn die Frage nach der Sicherheit wird an diesem Abend nicht nur einmal gestellt. Ob ein spezielles „Konzept“ oder gar „präventive Maßnahmen“ geplant seien, wollen die Anwohner wissen. Und vor allem eines: Wer die Betreiber seien, die für Sicherheit sorgten.

Wie berichtet, könnten noch in diesem Sommer rund 120 Flüchtlinge in einen Neubau auf dem Gelände der Uelzener Obdachlosenunterkunft am Fischerhof einziehen, 150 weitere sollen in den ehemaligen Räumen des Veterinäramts an der Nothmannstraße unterkommen. Das Konzept am Fischerhof sieht Wohngruppen für je sechs Bewohner vor.

Doch die Namen der jeweiligen Betreiber, die auch Hausmeistertätigkeiten und sozialpädagogische Betreuung stellen, bleiben auch an diesem Abend unter Verschluss. Denn noch seien die Verhandlungen nicht abgeschlossen, erklärt Erster Kreisrat Uwe Liestmann wiederholt. Man sei zu drei Standorten – dazu zählt auch das Hotel „Vier Linden“ in Medingen – mit jeweils einem Anbieter im Gespräch.

Zudem stehe man mit vielen Institutionen, Ehrenamtlichen, Polizei und Kommunen in Kontakt, ergänzt Marienfeld. 444 Asylbewerber lebten derzeit im Kreisgebiet – und die Zahlen stiegen weiterhin rasant.

Die Zuweisungsquoten würden beinahe halbjährlich angepasst, erklärt der Sozialamtsleiter. Liege ein Zuweisungsbescheid vor, blieben nur sieben Tage, um für eine Unterkunft samt Ausstattung zu garantieren. Oft sei dann zwar bekannt, wo die Personen herkämen, „viel mehr aber auch nicht“.

Auch die Finanzierung wird von den Uelzener Bürgern hinterfragt: Nach derzeitigen Planungen zahlt der Kreis einen pauschalen Betrag pro Bewohner. „Natürlich haben die Unternehmen auch das Ziel, dabei Rendite zu machen“, räumt Liestmann ein. Doch das Kontingent an bereitgestellten Wohnungen reiche noch maximal bis zum Sommer. Wenn die ersten Sammelunterkünfte fertig seien, müsse man weitere Standorte in Betracht ziehen.

Von Anna Petersen

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