Wort zum Sonntag

Über das Jubeln

Wann haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, das letzte Mal so richtig gejubelt? Als ihre Lieblingsfußballmannschaft im Fernsehen oder ihre Heimatmannschaft vor Ort das entscheidende Tor geschossen hat? Oder vielleicht auch, als ihre Tochter oder ihr Sohn die langersehnte Zusage für den gewünschten Ausbildungs- oder Studienplatz bekommen hat?

Matthias Kuna

Ich denke an die alte Dame, die leise und innerlich jubelt, da ihre beiden Kinder sie nach dem Tod ihres Ehemannes stützen und ihr so neue Kraft geben. Und als Christen haben wir als letztes wohl an Ostern gejubelt. Nach der Osternacht – am Ostermorgen. Könnten wir auf jeden Fall. Denn Ostern wurde klar, dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, sondern dass er wahrhaftig auferstanden ist. Deshalb können Christen laut jubeln, weil sie durch den Osterglauben selbst weder Tod noch Teufel fürchten müssen. Im Laufe eines Jahres gibt es viele Gründe zum Jubeln. Und im Kirchenjahr gibt es sogar einen eigenen Sonntag, der den Jubel im Namen hat. „Jubilate“, der Name des Sonntags an diesem Wochenende, stammt aus dem ersten Vers des 66. Psalms, der übersetzt lautet: „Jubelt Gott zu, alle Völker der Erde!“ Dieser Name ist eine klare Aufforderung. Vielleicht denken Sie aber auch gerade: „Ich habe so wenig Grund zum Jubeln. Mein Leben so ernst und schwer, dass ich gar nicht mehr jubeln kann.“ Es gibt ohne Frage diese schweren Zeiten im Leben.

Und es gibt gleichzeitig so viele Dinge, über die ich nicht nur lächeln, sondern auch jubeln kann. Da ist das kleine, gesunde Baby, das die Mutter zur Welt bringt, die schon mehrere Fehlgeburten hatte. Wenn das kein Grund zum Jubeln ist?! Oder da ist die Jubelhochzeit, wenn ein Ehepaar 50, 60 oder gar 65 Jahre verheiratet ist und sich gegenseitig durch gute und durch schwere Zeit getragen hat. Für mich ein Grund zum Jubeln in der heutigen Gesellschaft.

Bei aller Schwere, die unser Leben auch beinhaltet, wünsche ich Ihnen, dass Sie an diesem Wochenende einen Grund zum Jubeln in ihrem Leben finden! Jubilate!

Matthias Kuna ist Pastor in Hanstedt I und im Kirchenkreis Uelzen.

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