Das Wort zum Sonntag

Wo ist die Kamera?

„Die Kamera ist weg!“ „Das kann nicht sein! Hast du denn schon überall nachgeguckt?“ Es ist Freitag, der 17. Januar, der neunte Tag unserer Reise durch Malaysia. Den ganzen Tag haben wir im Zug gesessen. Elf Stunden sind es von Johor Bahru nach Ipoh.

Gerade sind wir in unserer neuen Unterkunft angekommen. Doch nun ist die Kamera weg. Wir durchsuchen alle Taschen, aber die Kamera bleibt verschwunden. Wir müssen sie im Zug liegen gelassen haben. Die Kamera ist nur ein kleines und günstiges Modell. Aber auf der Speicherkarte befinden sich sämtliche Fotos, die wir bisher im Urlaub gemacht haben. Alle diese Erinnerungen sind weg. Aber auf unseren Zugtickets steht die Nummer einer Hotline der Bahn. Ich rufe an. Die Frau sagt: „Die Kamera wird bestimmt weg sein. Aber ich rufe im Zug an. “ Sie fragt noch nach unserem Waggon, unseren Sitzplätzen und nach dem genauen Kameramodell. Nach einer halben Stunde ruft sie zurück. „Wir haben die Kamera gefunden. Heute Nacht um 3 Uhr kommt sie am Bahnhof Ipoh wieder an und dort können Sie sie abholen. “ Am nächsten Morgen fahre ich um 8 Uhr zum Bahnhof. Die Kamera ist nicht da. Wäre ja auch zu schön gewesen. Der Mann am Schalter telefoniert noch mal. „Die Kamera kommt erst um 11 Uhr. Kommen Sie danach wieder. “ Um halb 12 sind wir wieder da. Und tatsächlich: der Bahnhofsvorsteher hat für uns ein kleines Päckchen. Dreimal ist die Kamera eingepackt. Der Mann ist irritiert: „Diese kleine Kamera gehört wirklich Ihnen?“ In der Bibel heißt es, dass die Engel im Himmel eine große Feier veranstalten, wenn ein Mensch zu Gott zurückfindet. Es gab und gibt Milliarden von Menschen. So wie jedes einzelne Foto für uns wertvoll an Erinnerungen ist, ist jeder Mensch als ein Abbild Gottes noch viel wertvoller. Von Gott können wir lernen: Jede und jeder von uns ist besonders und einzigartig. . . .

Von Christian Schefe

 

Christian Schefe ist Pastor der Kirchengemeinde Lehmke-Wieren.

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