Das Wort zu Sonntag

Was bleibt, ist der Segen

Die Weihnachtstage sind vorüber. Vorbei die Wochen vorher: Übungstermine für die Feiern in Schule, Verein und Kirche; Geschenke finden, Vorräte einkaufen, Wohnung putzen; Weihnachtsmärkte besuchen und Karten schreiben.

Wo fahren wir hin? Wen laden wir ein? Wie feiern wir diesmal Weihnachten? All die anstrengenden und schönen, manchmal geheimnisvollen Arbeiten vorher.

Für mein Gefühl, und wohl für die meisten, liegt der Höhepunkt dieser Zeit am Heiligen Abend. Und viele Dinge gehören dazu, alle Jahre wieder oder vielleicht auch mal ganz anders.

Ich glaube, es ist wichtig, vielleicht sogar entscheidend für ein gelingendes Weihnachtsfest, dass wir miteinander teilen. In den Geschenken Freude mitteilen und als Dank zurückbekommen. In den Gesprächen Erinnerungen und Träume beschwören. Im Genießen von Essen und Trinken, Musik und Stimmung gemeinsam schwelgen. Das wird auch für diejenigen gelten, die an diesen Tagen arbeiten müssen, weil sie eingeteilt sind, weil sie Geld verdienen müssen. Trotzdem, oder gerade darin, verschenken sie sich ja an andere, die ihre Arbeit brauchen. Und für viele Berufe kommt die freie Zeit, die Zeit zum Feiern und Teilen, etwas später.

Was dann bleibt, ist das gute Gefühl: Es war schön; es hat sich gelohnt, wie wir es gemacht haben. Neuer Schwung für die kommende Zeit; so wie eine Vitaminspritze. Die Bibel nennt das Segen. Kraft und Vertrauen, die wir uns gegenseitig geben können; die Gott uns schenkt. Und im Gottesdienst wird es uns ausdrücklich zugesprochen.

Gilt das auch für die Unglücklichen, die von Weihnachten, vom Leben, von den Menschen Enttäuschten? Ich weiß es nicht. Vielleicht müsste man dann tief graben, um etwas Positives zu finden. Oder sich aufmachen, neue Wege gehen, um den Weihnachtssegen zu suchen. So wie die Weisen aus dem Morgenland wohl auch weite Wege gegangen sind, bis sie das Kind in der Krippe gefunden haben. So wie Gott selbst einen weiten Weg gegangen ist, bis er uns gefunden hat. Und uns seinen Segen geben konnte.

Hermann Charbonnier ist Pastor in Holdenstedt.

Von Hermann Charbonnier

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