Wort zum Sonntag

Musik – Sprache für unser Herz

Eine Kindheitserinnerung: Ich stehe in der Einkaufsstraße. Vor mir eine Jazzband. Männer in einer Fantasieuniform. Sie wippen und swingen: „Oh when the saints go marching in“. Ich kenne die Melodie nicht.

Aber ich merke, wie die Melodie mich mitreißt, in ihren Bann zieht. Als meine Eltern gehen wollen, bleibe ich stehen. Ich kann mich nicht losreißen von den wippenden Trompeten, von dieser Musik. Ich möchte mehr davon hören, kann gar nicht genug kriegen von diesen schiefen Tönen, von dieser krummen Melodie.

ine Erinnerung an die Macht der Musik. Sicher haben auch Sie die besondere Macht der Musik schon erlebt. Musik kann beruhigen und aufputschen, Musik kann uns Menschen miteinander verbinden. Manche Paare haben „ihr“ Lied, bei dem sie sich kennengelernt haben oder das sie gemeinsam besonders gerne hören. Musik ist eine Sprache für unser Herz. Wir müssen sie gar nicht verstehen – und trotzdem kann sie uns erreichen, ganz tief. Das haben schon viele Menschen vor uns erlebt. Saul, der König von Israel, hatte Depressionen. Aber ihm ging es besser, als David auf der Harfe spielte. Oder die Menschen im Jerusalemer Tempel: Wieviele Instrumente waren dabei, wenn da ein Loblied auf Gott gesungen wurde! Die Musik sollte die Worte unterstreichen und die Herzen öffnen. Denn wie die Liebe, so ist ja auch Gott mehr, als wir mit Worten sagen können. Viel mehr.

An diesem Wochenende können Sie sich hier im Kreis Uelzen von der Kraft der Musik überzeugen. „Musik im Kreis“ heißt die Aktion des evangelischen Kirchenkreises. Mehr als 60 Veranstaltungen in 25 Kirchen unseres Landkreises laden zum Hinfahren und Hinhören ein. Da finden Sie alles: von klassischen Orgelklängen bis zu neuen geistlichen Liedern aus unserem Landkreis. Planen Sie Ihre persönliche Konzertreise (www.musik-im-kreis.de)! Und entdecken Sie, was schon der alte Luther entdeckt hat: nämlich dass die Musik „von allen Freuden auf Erden“ die schönste ist. Ein wahres Gottesgeschenk.

Gunther Schendel, Pastor in Oldenstadt und Referent im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD.

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