Festival mit Besucherrekord

Workshops und viel Musik beim Uelzener „Aufstehen gegen Rassismus“

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Kobito tritt mit Hip-Hop aus Berlin auf dem Uelzener Albrecht-Thaer-Gelände auf. Das Festival „Aufstehen gegen Rassismus“ verzeichnet einen Besucherrekord.

Uelzen – „Ich würde sagen: Das ist ein Erfolg. “ Carolin Miesner war mehr als zufrieden. Die Landesvorsitzende der Grünen Jugend hatte das Festival „Aufstehen gegen Rassismus“ auf dem Albrecht-Thaer-Gelände mitorganisiert.

Der Verein „Uelzen bleibt bunt“ brachte das Festival zum vierten Mal über die Bühne. Und alle Zweifel, ob die Entscheidung, das Konzert vom Herzogenplatz auf das Thaer-Gelände zu verlegen, richtig war, verflogen.

„Wir haben am Abend 600 Besucher gezählt“, sagt der Vereinsvorsitzende Jakob Blankenburg, der auch Landesvorsitzender der Jusos ist. Im vergangenen Jahr waren es 400. „Und wir haben damit ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus gesetzt.“

Umlagert ist bei dem Festival der Stand der Uelzener Initiative Beherzt.

Die Jungsozialisten in der SPD waren wie viele andere Organisationen mit einem Stand vertreten. Gekommen waren zum Beispiel auch die IG Metall, der DGB, die GEW, die Verdi-Jugend oder die noch junge Gruppe „Beherzt“, die im Landkreis gegen die rechtsextremen völkischen Siedler Position bezieht.

Der CJD Jugendmigrationsdienst aus der Luisenstraße wies vor Beginn der Konzerte auf der Bühne unter großem Applaus auf die Bedeutung der Integrationsarbeit hin. Und Frank Heinrich vom „Bündnis gegen Rechts“, hatte bereits am Nachmittag gesagt: „Der Rassismus ist Alltag. Wir haben ein Integrationsproblem. Das muss man bewältigen, um den Rassismus abzubauen.“

Frank Spieker ist mit seinen Kindern gekommen: „Wir sind hier, weil wir die Veranstaltung unterstützen.“

Als „sehr beängstigend“ wertete Besucher Frank Spieker die Wahlerfolge der AfD, etwa absehbar in Ostdeutschland. „Wir sind hier, weil wir die Veranstaltung unterstützen. Man kann ja gar nicht früh genug damit anfangen“, sagte Spieker.

Am Nachmittag fanden auch Workshops statt. So fiel der Sprayer-Workshop zwar aus. Aber der Checkpoint Queer, der sich mit der Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen beschäftigte, fand ebenso statt wie die „Stammtischkämpfer-Ausbildung“. Fast 30 Teilnehmer kamen dabei im Zelt zusammen. „Die Grenze des Sagbaren hat sich verschoben“, sagte der Referent. Offenen Rassismus oder die Leugnung des Holocausts habe es in dieser Häufung vor Jahren noch nicht gegeben.

Nach dem angesichts der Thematik gebotenen Ernst wurde es dann am Spätnachmittag in dem kleinen Zeltlager richtig voll. Als „Kobito“ mit Hip-Hop aus Berlin loslegten, hatten sie die Tänzer auf ihrer Seite. Zwei weitere Bands folgten auf der Bühne – es blieb bei den Workshops und bei viel Musik bei „Aufstehen gegen Rassismus“ laut Veranstalter fröhlich, friedlich und ausgelassen.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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