Länder ringen um Lösungen

Wolf reißt Kalb bei Niendorf: Das Rind war erst knapp einen Tag alt

Das von Wölfen bei Niendorf gerissene Kalb war knapp einen Tag alt. Foto: privat

loh/dpa Niendorf/Berlin. Ein knapp einen Tag altes Deutsch-Angus-Kalb ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf einer Weide im Bienenbütteler Ortsteil Niendorf von einem Wolf gerissen worden.

„Der Riss ist nicht untypisch für einen Wolf“, sagt Wolfsberater Theo Grüntjens. Da ein Wolf zudem von einer anderen Wolfsberaterin in der Nacht zu gestern am Kadaver beobachtet wurde, geht Grüntjens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich um einen Riss durch das Raubtier handelt.

Unterdessen beschäftigt sich auch die deutsche Politik mit dem Thema Wolf. Die Länder Niedersachsen, Sachsen und Brandenburg fordern ein nationales Wolfsmanagement. Nach ihrem Willen sollte ein nationales Konzept Standards bei Herdenschutz, Schadensausgleich und beim Umgang mit auffälligen Wölfen setzen. Es sei für die Menschen und speziell für Tierhalter nicht nachvollziehbar, dass in jedem Bundesland andere Regelungen angewendet oder Gesetze unterschiedlich ausgelegt werden, argumentieren sie. Ein einheitlicher Rahmen würde Entscheidungen bundesweit nachvollziehbar machen und für mehr Rechtssicherheit sorgen – auch für Mitarbeiter von Behörden, falls sie im Einzelfall über einen Abschuss auffälliger Wölfe entscheiden müssen.

Der NABU hingegen kritisiert, dass zum wiederholten Mal der Fokus in der Wolfsdebatte auf den Schutzstatus und leichtere Entnahme von Wölfen gelegt wird. „Die Sicherheit des Menschen steht auch für den NABU an erster Stelle. Wölfe, die für Menschen kritisches Verhalten zeigen, können allerdings auch unter der momentanen Rechtslage schon entnommen werden“, so Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Auffälliges Verhalten ist der absolute Ausnahmefall.“

Für den Besitzer des Kalbes, Landwirt Hartmut Schaper, war der Fund ein Schock.

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