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Alte Veerßer Klinik: Wohnvoll AG zum Abstimmungsgespräch im Rathaus

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Von: Lars Becker

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Alte Klinik in Veerßen
Kein Abriss der alten Klinik, kein Spatenstich für die Neubauten: In Veerßen ist seit gut zwei Jahren nichts passiert. Jetzt hat der Investor wohl Änderungswünsche. © Lars Becker

Vor fast zwei Jahren wurden die Bäume an der alten Veerßer Klinik gefällt. Passiert ist seitdem nichts. Der Investor will nun mit der Stadt über Änderungswünsche für seine Pläne sprechen. Am Projekt hält er aber fest.

Uelzen-Veerßen - Bald jährt sich zum zweiten Mal der Kahlschlag auf dem Gelände der 2018 geschlossenen Klinik Veerßen. Im Februar 2021 waren im großen Stil bis zu 100 Jahre alte Bäume gefällt worden. Den Auftrag hatte Noch-Grundstücksbesitzer Prof. Dr. Norbert Schmedtmann erteilt – „schweren Herzens“, wie er damals im Gespräch mit der AZ betonte. Der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde und die Hansestadt Uelzen mussten die Fällungen nach geltendem (Bau-)Recht genehmigen – es folgten leidenschaftliche Debatten über eine neue Baumschutzsatzung für Uelzen.

2021 wollte der Käufer des Areals, die Magna Care GmbH, angeblich schon im Sommer mit den Arbeiten für ein Wohn- und Pflegequartier beginnen. Passiert ist seither jedoch nichts: kein Spatenstich, kein Teilabriss.

Selbst die Umschreibung auf den Investor ist noch immer nicht erfolgt, weil die Hansestedt den Bauantrag bislang nicht genehmigt hat (AZ berichtete). Das war aber zwischen den Kaufparteien als Bedingung festgeschrieben worden. Erst dann muss der Kaufpreis auf ein notariell treuhänderisch geführtes Konto eingezahlt werden.

Der Stillstand auf dem Klinik-Gelände treibt noch immer die Menschen in Veerßen um – und auch den Ortsrat. Für die Stadtverwaltung sagte der Erste Stadtrat Dr. Florian Ebeling am Montagabend in der ersten Sitzung des Gremiums im neuen Jahr: „Es ist nach wie vor kein Eigentümer-Wechsel vollzogen worden. Zur Oktober-Sitzung gibt es nichts Neues.“

Vor drei Monaten hatte Stadtbaurat Dr. Andreas Stefansky im Ortsrat erklärt, dass „voraussichtlich“ noch 2022 der Abriss des alten Gebäudes erfolgen sollte. Daraus wurde nichts. Wenige Tage später war bekannt geworden, dass Magna Care zu 100 Prozent von der Wohnvoll AG übernommen worden war. Wohnvoll hatte auf AZ-Anfrage betont: „Das Projekt in Uelzen soll wie geplant umgesetzt werden.“

Zumindest das scheint auch immer noch so zu sein. Denn Dr. Florian Ebeling sagte im Ortsrat Hansen/Veerßen weiter, dass es „Anfang oder Mitte Februar“ einen Termin im Uelzener Rathaus geben solle. Darin gehe es um „Änderungswünsche des Investors“, die dieser mit der Stadtverwaltung besprechen wolle. Details dazu, was sich hinter diesen Änderungswünschen verbergen könnte, nannte Ebeling nicht.

Was konkret will der Investor ändern? Kann der Februar-Termin mit der Stadt zum Aus des Projektes führen oder steht der Investor zur Aussage, am Projekt festzuhalten? Auf diese Fragen der Redaktion reagierte Wohnvoll gestern so: „Ja, natürlich wollen wir das Projekt nach wie vor umsetzen, bitten aber um Verständnis, dass wir keine detaillierten Angaben machen können“, erklärte Unternehmenssprecherin Anette von Zitzewitz.

Öffentlich bekannt ist zu den Plänen bislang, dass zwei Gebäude neu errichtet werden sollen und dass der alte Wohntrakt bleiben soll. Ein Gebäude werde L-förmig an der Celler Straße entstehen, ein längliches seitlich dazu, sodass sich ein Innenhof ergebe. Auf einem der Neubauten sei Photovoltaik geplant. Die Anlage soll 44 Wohneinheiten beinhalten, dazu 30 Plätze in der Tagespflege und 48 Betten in Wohngruppen.

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