Drogenabhängiger bricht bei Freund ein

Wohnungsschlüssel geklaut und den Kumpel bestohlen

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Weil er bei einem Freund eingebrochen ist und ihn bestohlen hat, steht ein 26-Jähriger nun vor Gericht.

Uelzen – Sie waren Freunde, doch das Vertrauen seines Kumpels hat G. ausgenutzt: Er knackte mit einer Büroklammer das Vorhängeschloss vom Spind auf der Arbeit seines Freundes und klaute dessen Wohnungsschlüssel. Dann ging G. in die Wohnung seines Kumpels und stahl aus dessen Fernsehschrank zwei Gelddosen.

Seine Beute: 360 Euro. Das Geld behielt er, die Dosen warf er in die Ilmenau.

„Gezielt seinen Bekannten zu beklauen, lässt schon eine gewisse kriminelle Energie erkennen“, befindet der Staatsanwalt am Amtsgericht Uelzen, wo sich der 26-Jährige wegen besonders schweren Diebstahls verantworten muss. Immerhin habe G. die Tat gezielt geplant.

„Ich habe ein riesengroßes Alkohol- und Drogenproblem“, erklärt G.. Die letzten zwei Wochen sei er in stationärer Behandlung gewesen, bis er mit der Oberärztin aneinandergeraten ist: „Es gab einen Konflikt, dann haben die mich raus geschmissen.“ Immerhin will der junge Mann, der laut eigener Aussage seit drei Wochen „clean“ ist, seinen Entzug fortsetzen. „Ich will jetzt ambulant weitermachen und zur Selbsthilfegruppe gehen.“

Der Staatsanwalt bleibt skeptisch: „Wie soll’s jetzt mit ihnen weitergehen?“ Immerhin G.s Umfeld scheint momentan zu stimmen: Der Wohnungslose lebt bei seiner Schwester und seinem Schwager in Uelzen, der ihn auch zur Verhandlung begleitet hat. „Er kommt bei uns unter, bis er wieder auf dem geraden Weg ist. Er muss sich an unsere Regeln halten“, beteuert dieser. „Er hat eine abgeschlossene Ausbildung und bis Anfang Dezember hat er noch in seinem Beruf gearbeitet.“

Richterin Claudia Hagemann bleibt skeptisch. „Haben sie von dem Schaden schon etwas an ihren Freund zurückgezahlt?“, möchte sie von G. wissen. Das verneint der Angeklagte: „Ich habe seitdem keinen Kontakt mehr zu ihm.“ Dabei sei der Bestohlene ein sehr guter Freund gewesen. „Ich werde mich auf jeden Fall bei dem Betroffenen entschuldigen.“

Das hofft die Richterin: „Das ist ein besonderer Vertrauensmissbrauch“, bescheinigt sie G. und verurteilt den bisher nicht Vorbestraften zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Außerdem ordnet sie die Einziehung des gestohlenen Geldes an. „Ihr Drogen- und Alkoholproblem ist der Dreh- und Angelpunkt, den Sie in den Griff bekommen müssen.“

Von Sandra Hackenberg

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