Wohnungsmarkt Uelzen

Chancen durch Land- und Stadtflucht

Der Wohnungsmarkt Uelzen bleibt von der Diskussion um die Mietpreisbremse gänzlich unberührt. Denn angespannt ist der Markt in der Uhlenköper-Stadt weder im Miet- noch im Kaufpreissegment.

„Doch es gibt durchaus Potenziale für Entwickler und Investoren in Uelzen“, so Immobilienmakler Max Karänke, Karänke Immobilien, und erläutert dies im folgenden Beitrag.

Wer im Landkreis Uelzen ein Einfamilienhaus sucht und bereit ist, sich handwerklich zu engagieren, hat wenig Mühe in den Dörfern ein Objekt für 50.000 Euro zu finden. Jenseits der Ortszentren der Stadt Uelzen, von Bad Bevensen oder Bienenbüttel ist das Angebot für Wohneigentum ungleich größer, als die Nachfrage. Seit 2006 verliert der Kreis in der östlichen Heide Einwohner. Zwischen 2009 und 2030 prognostiziert das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) einen Rückgang der Bevölkerung von 17% und einen Rückgang der Haushalte von 10%. Bereits jetzt haben Vermieter wie die „Gesellschaft für Wohnungsbau des Kreises Uelzen“ (GWK) mit einem überdurchschnittlichen Anteil von Altenwohnungen eine hohe Fluktuationsrate (2012: 12,5%), aus der sich steigende Verluste durch eine schleppende Wiedervermietung ergeben – und das trotz einer durchschnittlichen Miete von 4,50 Euro/m2.

6 Euro/m2 Miete für neue Wohnungen

Mietwohnungen in Uelzen sind sehr günstig – gerade im Vergleich etwa zu Lüneburg. Die meisten Wohnungen sind für 5 Euro/m2 bis 5,50 Euro/m2 zu haben. Lediglich bei kleinen, modernen Wohnungen werden 6 Euro/m2 erreicht – selten mehr. In Lüneburg werden neuere Wohnungen für 7 Euro/m2 bis 8,50 Euro/m2 vergeben. Doch das Angebot neuer Wohnungen in Uelzen ist sehr überschaubar, obwohl gerade im Stadtzentrum von Uelzen gut und zeitgemäß ausgestatteter Wohnraum gesucht wird – sowohl zur Miete, wie auch zum Kauf.

Wenn etwa Eigentumswohnungen angeboten werden, wie jüngst von Saevecke Bauunternehmen, 15 Wohneinheiten an der zentral gelegenen Achternstraße, dann sind sie zu Preisen von unter 2.000 Euro/m2 schnell an Eigennutzer und Anleger verkauft. Der Grundstücksmarktbericht weist für das Jahr 2013 lediglich acht neue Eigentumswohnungen aus, die im Landkreis Uelzen zu einem Durchschnittspreis von 1.971 Euro/m2 verkauft wurden. In Lüneburg wurden im vergangenen Jahr 79 Eigentumswohnungen im Mittel zu 3.020 Euro/m2 verkauft.

Erste Anleger investieren in Uelzen

Dieses Gefälle bei Mieten und Preisen birgt auch eine Chance für Uelzen. In Lüneburg steigen die Wohnungs- und Grundstückspreise, weil viele Hamburger aus der immer teurer werdenden Elbmetropole fliehen. Erste Anleger überlegen inzwischen bereits aus Lüneburg nach Uelzen auszuweichen, um sich dort die günstigen Einstiegspreise zu sichern.

Anders, als im Landkreis Uelzen, verzeichnet die Stadt Uelzen eine stabile Bevölkerungsentwicklung mit einem Überschuss an Zuwanderern. Diese Zuwanderer kommen zum Einem aus den Dörfern des Landkreises, um Anschluss an eine funktionierende städtische Infrastruktur zu bekommen. Und zum Anderen ziehen Menschen aus Hannover, Hamburg oder Lüneburg nach Uelzen, um den anziehenden Wohnungspreisen auszuweichen. Beschleunigt würde dieser Prozess, wenn sich die politische Spitze Uelzens endlich entschließen würde, dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) beizutreten.

Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen im Landkreis Uelzen 2013 um knapp 2%, während sie 2012 noch gesunken waren. Der Zuzug kann zu einem weiteren Anstieg der Mieten und Verkaufspreise führen. Dann könnte es sich auch lohnen, günstig erworbene, nicht mehr zeitgemäße Bestandsgebäude in der Innenstadt durch neue Wohngebäude zu ersetzen. Der Berliner Investor Rathsack Immobilienmanagement etwa hat Anfang März seine Pläne vorgestellt, am Eingang der Lüneburger Straße ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten.

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