Sanierungen und Neubauten

Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises steht vor Aufgaben: Arbeiten im Karree

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Größere Wohnungen im Wohnblock am Emsberg sind aufgeteilt geworden. So entstanden zusätzliche Wohnungen. Neue Fenster, neue Fußböden und Balkone gehören zur Sanierung, wie Matthias Grohne schildert.

Uelzen/Landkreis – 23 Meter sind es bis zur Oberkante. Der Wohnblock am Emsberg mit den Hausnummern 4 und 6 ist das höchste bewohnbare Gebäude in Uelzen.

Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises (gwk) errichtete es Anfang der 1970er Jahre, baute auch weitere angrenzende Blöcke, die im Karree angeordnet sind. Eine kleine Stadt in der Stadt, die in die Jahre gekommen ist.

Die gwk steht 2019 in ihrem 70. Gründungsjahr vor der Herausforderung, den veralteten Wohnungsbestand für die Mieter zu modernisieren. Das Karree ist „ein Projekt, das uns nicht nur die nächsten fünf Jahre beschäftigen wird“, sagt Jens Boetel, Geschäftsführer der gwk.

Der Wohnblock am Emsberg ist Uelzens höchstes bewohnbares Gebäude.

Ein Anfang ist gemacht. Am Aufgang Emsberg 4 wurde die Hülle erneuert. Der Aufgang Emsberg 6 ist zurzeit eingerüstet. Er wird von Grund auf saniert, zusätzliche Wohnungen entstehen, indem bisherige größere geteilt werden. „Meine Einschätzung ist, dass nicht mehr so stark die 120 Quadratmeter-Wohnung gesucht wird“, sagt Jens Boetel.

Die Gesellschaft werde älter – Senioren würden kleinere Wohnungen in Innenstadtnähe mit entsprechender Ausstattung suchen, erklärt der gwk-Geschäftsführer. So wird der Emsberg 6 auch möglichst barrierearm ausgebaut.

Es ist eine strategische Entscheidung, die die gwk getroffen hat. Als sie vor 70 Jahren entstand, ging es vor allem darum, in möglichst kurzer Zeit für möglichst wenig Geld viel Wohnraum zu schaffen.

Nach dem Krieg lagen 1949 Teile Uelzens in Trümmern, die Zahl der Stadtbewohner war durch Flüchtlingsströme aus den zerstörten Großstädten und den deutschen Ostgebieten stark angestiegen. In den ersten Jahren nach der Gründung der Gesellschaft wurden 727 Wohnungen gebaut, davon 540 in eigener Bauherrschaft und 187 in der Betreuung.

Heute ist die gwk das größte Wohnungsbau-Unternehmen im Landkreis Uelzen. Gegenwärtig befinden sich etwa 1500 Wohnungen in ihrem Bestand und sie verwaltet weitere 200 Wohnungen.

Nicht nur am Emsberg beziehungsweise auf dem Königsberg stehen Wohnhäuser schon mehr als 40 Jahre. Wie Jens Boetel sagt, wolle die gwk auch am Uelzener Hagenskamp weitere Gebäude sanieren. Und es gibt Pläne für die Waldstraße. Dort stehende Bungalows aus den 1960er-Jahren sollen für neue Wohnhäuser weichen.

Es ist ein Projekt, das die gwk zusammen mit der Heiligen-Geist-Stiftung realisieren will, die ebenfalls dort neue Wohnhäuser errichten will. Anlieger sehen die Pläne kritisch, es geht unter anderem um geplante Höhen der Gebäude. 2030 soll alles fertig sein.

Womöglich ergibt sich für die gwk auch noch im Innenstadtbereich Baumöglichkeiten. Der frühere Aufsichtsratsvorsitzende der gwk, Claus-Dieter Reese, regte an, dass der Landkreis Uelzen der gwk das Gelände des alten Kreishauses an der Veerßer Straße überlassen sollte (AZ berichtete). Jens Boetel sagt, detaillierte Gespräche dazu habe es noch nicht gegeben. Ideen für eine Bebauung hat er aber schon. Zusätzlicher Wohnraum, ein Nachbarschaftstreff und womöglich ein Hotel könnten dort entstehen. Das ist aber Zukunftsmusik.

Zunächst soll der Emsberg 6 fertiggestellt werden. Es läuft der Ausbau auf allen Etagen – „neue Fenster, neue Fußböden, Heizungsanlage“, so Matthias Grohne, Abteilungsleiter Technik. Boetel rechnet mit Kosten von etwa vier Millionen Euro für den Aufgang, wie er sagt. Dann wolle man schauen, welche Gebäude als Nächstes angepackt würden. Boetel weiß: „Das ist ein Kreislauf. Wir werden nie auf einen Status kommen, bei dem wir sagen können: Jetzt ist alles fertig.“

VON NORMAN REUTER

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