Wichtiger Teil der Hilfe: Dezentrale Unterbringung

Wohnungen für Flüchtlinge gesucht

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Sammelunterkünfte – hier in der Uelzener Nothmannstraße – sind die Ausnahme. Der Landkreis setzt auf Verteilung.

Uelzen. Josefin zum Felde hat keinen leichten Job. In turbulenten Zeiten, in denen das Thema Flüchtlinge immer neue Wendungen bereithält, Sporthallen belegt werden und Hilfsinitiativen wie Pilze aus dem Boden schießen, soll sie die Hilfsangebote koordinieren.

Ein wichtiger Punkt: Wohnraum für Flüchtlinge.

Zum Felde: „Dass der Landkreis auf dezentrale Unterbringung setzt, ist ein Erfolgsrezept.“ Die „Integration über den Gartenzaun“ funktioniere gut. Dadurch, dass es kaum große Flüchtlingsunterkünfte gebe, entstehe bisher kaum das Gefühl „Oh Gott, da zieht eine ganze Horde ein.“ Vielmehr entstünden schnell Kontakte, Befremden werde abgebaut, Engagement und Initiativen entstünden.

Weiterer Wohnraum sei „ein großes Thema und für den weiteren Erfolg des Unterbringungskonzeptes enorm wichtig“, sagt zum Felde. Gezahlt würde Vermietern das ortsübliche Niveau, die Wohnungen müssten beheizbar sein und keine „Bruchbuden“. Auch das Umfeld würde in die Bewertung eines Angebotes mit einfließen. Zum Felde: „Wir suchen nicht das einsame Haus am Waldrand.“ Andererseits weiche man mittlerweile durchaus auch in periphere Gebiete aus. Eine gewisse Anbindung müsse aber gewährleistet sein – entweder über den öffentlichen Nahverkehr oder Anwohner, die sagen: „Wir wuppen das!“ – dann könnten Schul- und Arztbesuche oder Einkäufe auch durch die Dorfgemeinschaft ermöglicht werden.

Ansprechpartner um Wohnraum anzubieten, ist in allen sechs Gemeinden im Kreis jeweils das Ordnungsamt. In der Stadt Uelzen ist es Volker Leddin. Dieser sagt zum Thema Wohnraum für Flüchtlinge: „Wir suchen dringend Wohnraum und bitten um Meldungen von freien Wohnungen, Häusern, Zimmern. Wir schauen uns jedes Angebot an. Für Vermieter wichtig: Nicht die Flüchtlinge, sondern der Landkreis wird ihr Mieter. Der zahlt die Miete zuverlässig und kommt für Reparaturen auf.“ Kontakt zu Volker Leddin: (0581) 800 62 10 oder per Mail: volker.leddin@stadt.uelzen.de.

Eine Übersicht über Hilfsmöglichkeiten bietet auch der Webauftritt von Stadt und Landkreis (Uelzen.de, dort auf das Feld „Migration und Asyl klicken“). Dort lassen sich die Kontakte der Ordnungsämter herausfinden, um Wohnraum anzubieten, man findet dort aber auch viele weitere Hilfsangebote sowie den Kontakt zur Koordinierungsstelle.

Zum Felde: „Derzeit sind auf der Seite fast ausschließlich Angebote in der Stadt Uelzen aufgelistet. Es gibt aber mittlerweile in ganz vielen Dörfern im Kreis Hilfsinitiativen. Voraussichtlich in der zweiten Novemberwoche veröffentlichen wir auf www.uelzen.de eine Karte mit einer vollständigen Übersicht.“ Bis dahin könne man sich per Mail mit dem Betreff „Ehrenamt für Flüchtlinge“ plus Ortsangabe an die Koordinierungsstelle wenden und Hilfsangebote mitteilen: j.zum-felde@landkreis-uelzen.de. Zum Felde: „Diese Angebote sind sehr willkommen. Singen, kochen, Theater spielen, Bildungspatenschaften – die Leute können alles anbieten, was sie selbst gerne machen.“ Zum Felde: „Man braucht überhaupt keine Angst zu haben. Die Flüchtlinge freuen sich über Kontakt. Man kann jede Menge Freude gewinnen.“

Heiß begehrt seien derzeit auch Fahrräder, Kinderfahrräder samt Helmen, Kinderkarren und Buggys, so zum Felde..

Von Steffen Kahl

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