159 anerkannte Migranten belegen Plätze in Unterkünften des Landkreises, weil sie keine Bleibe finden

Wohnraumsituation für Flüchtlinge bleibt schwierig

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Anerkannte Flüchtlinge haben sich eine eigene Bleibe zu suchen; das fällt ihnen schwer. Daher dürfen sie in Kreisunterkünften bleiben, müssen dafür aber Gebühren zahlen.

nre Uelzen/Landkreis. Für anerkannte Migranten bleibt es eine Herausforderung, im Landkreis Uelzen eine eigene Wohnung zu beziehen – unter anderem, weil Vermieter nicht bereit sind, Wohnraum für Ausländer zur Verfügung zu stellen.

Wie der Landkreis auf AZ-Nachfrage mitteilt, belegen zurzeit 159 anerkannte Flüchtlinge Plätze in geschaffenen Gemeinschaftsunterkünften und vom Kreis angemietete Wohnungen, weil sie auf dem freien Wohnungsmarkt noch keine eigene Mietwohnung finden konnten.

Die Gemeinschaftsunterkünfte und die vom Landkreis angemietete Wohnungen sind eigentlich für die Unterbringungen von Flüchtlingen unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland gedacht. Wie berichtet, war die Zahl dieser Menschen in den zurückliegenden Monaten deutlich gesunken, sodass auch ein Teil der Gemeinschaftsunterkunft an der Nothmannstraße künftig andersweitig genutzt werden soll.

Erhält ein Flüchtling ein Bleiberecht oder wird sein Asylantrag gebilligt, ist nicht mehr der Landkreis Uelzen für seine Unterbringung zuständig – angesichts der Situation, dass anerkannte Flüchtlinge es aber schwer haben, eigene Wohnungen anzumieten, gewährt der Landkreis ihnen übergangsweise ein Bleiberecht in seinen Unterkünften. Eine drohende Obdachlosigkeit, so betonte die Kreisverwaltung in der Vergangenheit, soll verhindert werden. Dazu hat die Verwaltung an der Veerßer inzwischen auch ein festes Regelwerk geschaffen. Kreissprecher Martin Theine berichtet von einer erlassenen Satzung, in der Gebühren für die Benutzung der Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünfte festgeschrieben wurden. Demnach haben anerkannte Flüchtlinge für ein Wohnplatz in einer Gemeinschaftsunterkunft 459 Euro, und in angemieteten Wohnungen 148 Euro monatlich zu zahlen. Hinzu kommen Gebühren für Hausrat und Instandsetzung. Die Miete für die Gemeinschaftsunterkünfte sei deswegen deutlich höher, weil hierin die Kosten für die Sozialarbeit, Leitung und Hausmeisterdienste enthalten seien, so Theine.

Bei der Unterbringung und Betreuung von noch nicht anerkannten Flüchtlingen erhält der Landkreis, um die Kosten stemmen zu können, Hilfen des Landes. Das Land Niedersachsen zahlt als Pauschale pro Person und Jahr 10 000 Euro. Die Pauschale decke fast komplett die tatsächlichen Kosten zur Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen, schildert Kreissprecher Theine. Unvorsehrbar oder planbar seien die Kosten, wenn Flüchtlinge schwerstkrank seien.

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