Vorschlag für die Ehrenamtswahl: Agatha Schnepper – mit Herz und Seele beim Kinderschutzbund

Mensch 2015: Sie tut es zum Wohl der Kleinsten

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Der Kinderschutzbund unterhält auch eine Kleiderkammer, wie Agatha Schnepper erklärt.

Uelzen. „Wenn Du eine Radtour mit mir machen willst, sag mir zwei Tage vorher Bescheid.“

Selbst ihr Mann muss sich der Tagesplanung von Agatha Schnepper unterordnen und mit den Zeiten vorlieb nehmen, die zwischen der Betreuung des Enkelkindes und dem Wirken zum Wohle der Ortsgruppe Uelzen des Kinderschutzbundes übrig bleiben.

Für ihr Engagement ist Agatha Schnepper bei der Wahl „Mensch 2015“ nominiert, eine Aktion der AZ und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg in Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen. Bis Mittwoch, 27. Januar, können die AZ-Leser ihre Stimme abgeben – nur mit Originalcoupons aus der AZ. E-Paper-Kunden können aber auch mit einem Ausdruck des Coupons teilnehmen, wenn sie darauf ihre Kunden-Nummer eintragen.

1984 zog die gebürtige Ostwestfälin der Arbeit ihres Angetrauten wegen von Hameln nach Uelzen. Ausschlaggebend dafür, sich für Kinder einzusetzen, war der Kontakt ihre Tochter in der ersten Klasse zu einer Mitschülerin. Deren Eltern waren des Lesens und Schreibens unkundig, und die Klassenlehrerin organisierte unterstützende Maßnahmen für dieses Mädchen. So begann Schnepper, sich für das Kindeswohl zu engagieren. 1996 kam sie aufgrund einer Anfrage der ehemaligen Vorsitzenden, ob sie nicht bei der Hausaufgaben-Betreuung mitwirken möchte, zum Kinderschutzbund. Dessen Leitlinien, eine Lobby für Kinder zu sein, sich für bessere Lebens-bedingungen einzusetzen, Kinderrechte einzufordern, Kinder und Familien zu entlasten sowie Eltern mit Kursen zu unterstützen, gefielen ihr. Agatha Schnepper sagte zu. „Ich konnte dabei meine eigene Erfahrung als Mutter einbringen. Den Kindern beim Erlernen sozialer Kompetenz zu helfen und ihnen Werte zu vermitteln, war und ist mir wichtig.“ Inzwischen ist sie 1. Vorsitzende des Uelzener Kinderschutzbundes.

„Meine Nominierung“, so Agatha Schnepper, „sehe ich als Nominierung des kompletten Teams.“ Das Team, das sind 22 ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich darum kümmern, dass die betreuten Kinder eine warme Mahlzeit bekommen und sie vermitteln ihnen dabei Tisch- und Gesprächskultur. Die Hilfe bei den Hausaufgaben ist ebenso wichtig wie die Betreuung am Nachmittag. Hauptamtlich beschäftigt sind beim Kinderschutzbund drei Mitarbeiter.

Der Wechsel aus dem „operativen Geschäft“ an die Spitze des Kinderschutzbundes hat ihr Aufgabengebiet verändert, doch die Erfahrungen der „Basis“ helfen Schnepper bei der Bewältigung der Bereiche Organisation, Verwaltung und Finanzen. „Immer wieder schön ist es, wenn Ehemalige zu uns kommen und uns das Gefühl geben, etwas Richtiges getan zu haben.“ Natürlich gebe es auch Fehlschläge, käme es mitunter zu Fehleinschätzungen, wie es sie in der gesamten Gesellschaft gleichfalls gibt. Etwas besorgt blickt sie, die kraftvoll und energisch Zupackende, in die Zukunft, da der Mietvertrag für die Räume an der Ripdorfer Straße nur noch bis 2019 läuft. Denn trotz Unterstützung „von oben“ sei bisher keine adäquate Nachfolge-Bleibe gefunden.

Die zuziehenden Flüchtlinge mit deren Kindern sieht Schnepper als Herausforderung, denn das zuweilen Fehlen jeglicher Deutsch-Kenntnisse mache die Integration sehr schwer – obwohl es in allen Gruppen Kinder gebe, die als „Dolmetscher“ fungierten. Aber Kinder lernen von Kindern und durch den Migrationshintergrund vieler wird die Arbeit des Kinderschutzbundes befruchtet. Synergie-Effekte helfen bei der Verwirklichung des Ziels, das sich Schnepper für „ihren“ KSB gesetzt hat: Durch kontinuierliche Begleitung und Unterstützung in den Gruppen die Entwicklung der Kinder nachhaltig zu fördern und in respektvoller Atmosphäre einen sinnvollen wertschätzenden Umgang zu ermöglichen.

Von Folkert Frels

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