Landkreis Uelzen muss jetzt Containerwohnungen in Gemeinden aufstellen

Wohin mit den Flüchtlingen in Uelzen?

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(Symbolfoto)

Uelzen. Eine explodierende Zahl an Asylbewerbern und Flüchtlingen zwingt den Landkreis Uelzen zu einem Strategiewechsel bei der Unterbringung: Hatte man die Neuankömmlinge bislang zumeist dezentral in privatem Wohnraum einquartieren können, so werden nun die Resourcen knapp.

„Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als in Absprache mit den Gemeinden neue Gemeinschaftsunterkünfte einzurichten“, schildert Kreis-Sozialdezernent Lothar Heinisch. Aktuell sind 441 Asylbewerber und Flüchtlinge in Stadt und Kreis Uelzen untergebracht, diese Zahl wird sich im Jahr 2015 voraussichtlich mindestens verdoppeln.

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Die Unterbringung in Container-Wohnungen, die in anderen Landkreisen längst üblich ist, birgt erhebliches Konfliktpotenzial. Diese Erfahrung macht der Kreis Uelzen aktuell in der Villa im Park in Bad Bevensen, in der 44 Männer verschiedener Nationalitäten und Konfessionen leben. Im Umfeld gibt es eine Vielzahl von Straftaten, jüngst vermeldete die Polizei sogar ein versuchtes Tötungsdelikt (AZ berichtete), das selbst vom mittlerweile eingesetzten Sicherheitsdienst nicht verhindert werden konnte. „Es gibt zum einen die vielen Flüchtlinge, die unsere Hilfe brauchen und die wir auch gerne aufnehmen. Und dann gibt es die anderen, die Straftaten begehen“, sagt Heinisch dazu.

Das Problem: Für das Sozialamt ist es praktisch unmöglich, diese Konflikte durch eine entsprechende Verteilung der Flüchtlinge auf verschiedene Unterkünfte zu vermeiden. Denn nicht selten ist die Identität der Flüchtlinge zweifelhaft. „In der Villa im Park wohnen angeblich Algerier, doch viele sprechen kein Französisch“, schildert der Sozialdezernent ein Indiz für womöglich falsch gemachte Angaben. Und die von der Aufnahmestelle in Braunschweig ausgestellten Papiere sind häufig nicht sehr aussagekräftig und verfügen nicht einmal über ein Foto. Die AZ sprach mit dem Sozialdezernenten über die Problematik.

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