Hillmer lobt Landes-Initiative

25 Wölfe im Kreis Uelzen: Population verdoppelt sich alle drei Jahre

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„Kurti“ (links) galt als verhaltensauffällig und wurde als einer der ersten Wölfe in Niedersachsen getötet.

Uelzen. Mit seinem neuen Vorstoß zur Regulierung des Wolfsbestandes hat das niedersächsische Landeskabinett der Diskussion über den angemessenen Umgang mit dem Raubtier neue Dynamik gegeben.

Als einer der Ersten meldete sich gestern der Uelzener Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer (CDU) zu Wort. „Dort, wo keine anderen Abwehrmaßnahmen mehr nützen, ist die einzig richtige Antwort auf die zunehmende Bedrohung, dass ein gefährlicher Wolf erlegt werden darf.“

Laut Hillmer sind im Landkreis Uelzen aktuell 25 Wölfe registriert, alle drei Jahre verdoppele sich ihre Zahl. „Mit 18 Wölfen pro 1000 Quadratkilometer haben wir eine Wolfsdichte, die auf die Fläche berechnet zehn Mal höher ist als in Russland“, rechnet der CDU-Abgeordnete vor. Weidetierhalter klagen schon seit Längerem über die wachsende Bedrohung durch Wolfsrisse. Im Landkreis Nienburg wurde jüngst ein Wald-Kindergarten zum Schutz eingezäunt (AZ berichtete). „Wir wollen nicht dabei zusehen, wie Kindergärten und Schafsherden weiträumig umzäunt werden, damit der Wolf überall frei umher laufen kann. So wollen wir auf dem Land nicht leben müssen“, sagt Hillmer dazu. Niedersachsen hatte am Dienstag angekündigt, eine Initiative zum Umgang mit dem Wolf in den Bundesrat einzubringen. Der strenge Schutz der Tiere solle gewahrt bleiben. Um ernste Schäden abzumildern und die Bürger zu schützen, müsse es aber möglich sein, problematische Tiere zu töten. Gerade auf dem Lande sei die Akzeptanz für den Wolf der Schlüssel für einen erfolgreichen Artenschutz, erklärte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Wölfe kennen keine Landesgrenzen – deshalb sei eine bundesweite Regelung nötig.

Von Thomas Mitzlaff

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