Haftstrafe und Entziehungskur für 30-jährigen Drogenabhängigen

Wodka und Kokain satt

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Symbolfoto

Uelzen. Wegen einer Diebstahlsserie in Uelzen und Lüneburg muss ein 30-Jähriger aus dem hiesigen Landkreis für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Außerdem wurde ihm eine Trunkenheitsfahrt ohne Fahrerlaubnis sowie Widerstand und Beleidigung von Polizeibeamten zur Last gelegt.

Der Angeklagte hat gestern vor dem Amtsgericht Uelzen umfangreich gestanden. Um seine Drogensucht zu finanzieren, hat er im vergangenen Jahr 15 Diebstähle begangen. Einige davon wurden vom Amtsgericht als gewerbsmäßig eingestuft und gelten daher als Diebstähle in besonders schwerem Fall. Der 30-jährige Mann hat es zum großen Teil auf Parfüms abgesehen, aber auch auf Elektroartikel.

Mehrmals habe er bereits versucht, bei einer Entziehungskur die Drogensucht zu überwinden, jedes Mal ohne Erfolg, erklärte er. Nach Angaben des psychiatrischen Gutachters Reiner Friedrich hat der Angeklagte Wodka, Heroin, Kokain und Substitutionsmittel konsumiert. Den Tagesablauf habe der 30-Jährige ihm kurz und knapp beschrieben mit den Worten: „beschaffen und konsumieren“. Die Aufzählung der Tatvorwürfe und die Erklärung des Sachverständigen verfolgte gestern der Angeklagte, der seit seinem 14. Lebensjahr drogenabhängig ist, aufmerksam und beinahe erleichtert. „Ich tue alles dafür, dass ich eine Therapie machen kann, das ist der letzte Anker“, betonte er, „sonst ist der Zug abgefahren.“

Angesichts der Information des Sachverständigen, dass der Angeklagte täglich Drogen und Alkohol im Wert von rund 150 Euro konsumiert und vom Arbeitslosengeld II gelebt habe, vermutete gestern Richter Rainer Thomsen: „Das sind bestimmt nicht alle Fälle gewesen, die wir hier verhandelt haben.“ Er ordnete an, dass der 30-Jährige in einer Entziehungsanstalt untergebracht wird. Dort wird er voraussichtlich einen großen Teil der Haftstrafe verbringen.

Von Diane Baatani

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