Von Woche zu Woche

Glücksfall Fusion (!?)

Die Zahlen liegen auf dem Tisch – und die fusionierten Samtgemeinden könnten sich freuen: Nicht nur eine schwarze Null, sondern sogar Überschüsse stehen 2014 in ihren Haushaltsplänen – in Aue wie in Bevensen-Ebstorf.

Doch sie könnten sich eben nur freuen. Statt Jubel über die finanziellen Vorteile, die ihnen durch die Zukunftsverträge mit dem Land Niedersachsen zuteil werden, bestimmen aber auch drei Jahre nach der Fusion Befindlichkeiten die Diskussionen in Bevensen-Ebstorf. Die Stadt Bad Bevensen werde bevorteilt, die Mitgliedsgemeinden bekämen zu wenig vom Kuchen ab... Diese Argumente werden seit 2011 ausgetauscht.

Als sei das Phantom „Zukunftsvertrag“ aus dem Nichts über die Samtgemeinde gekommen. Aber nein! Diejenigen, die jetzt im Samtgemeinderat sitzen, sind angetreten zum Sparen. Sie sind der Samtgemeinderat einer fusionierten Kommune, die Sparziele erreichen muss. Und ein Teil der aktuellen Besetzung hat sogar selber eine Unterschrift unter das Papier gesetzt, das nun für alles Unglück der Kommune verantwortlich gemacht wird.

Es ist nichts über die Samtgemeinde gekommen – Politik hat sich aktiv und gemeinsam für die Fusion entschieden, um die Kommune dauerhaft handlungsfähig zu erhalten. Allein hätte die Schuldenlast Bevensen und Ebstorf in die Knie gezwungen und jede Entwicklung erstickt. Man hat sich für die Fusion entschieden und zwar nicht nur für das durch sie verheißene Geld, sondern auch für die Verantwortung zum Konsolidieren – daran sollten sich sowohl Politiker als auch Einwohner wieder einmal erinnern.

Anstatt zähneknirschend mit Verweis auf den Zukunftsvertrag mögliche Sparmaßnahmen zu diskutieren, sie dann abgemildert umzusetzen oder doch wieder zu vertagen, um dann eine kommunale Beratungsfirma zu engagieren, die für viel Geld die gleichen Vorschläge bündelt und Handlungsempfehlungen gibt, mit denen die Politik dann ihr Handeln rechtfertigen kann, wäre der Kommune vor allem mit diesem geholfen: etwas mehr Rationalität im Handeln und Besinnung auf das gemeinsame Ziel. Und das sollte doch die Gestaltung einer gesunden Kommune sein – nicht trotz Zukunftsvertrag, sondern dank Zukunftsvertrag.

Von Wiebke Brütt

Rubriklistenbild: © Wendlandt, Lars

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