Von Woche zu Woche

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Die Kreispolitik arbeitet sich seit Monaten am Thema Schulbezirke ab. Erst beantragte die CDU/FDP/RRP-Kreistags-Gruppe, den Schulbezirk des Lessing-Gymnasiums um Nordgemeinden des Landkreises zu erweitern – nicht ahnend, dass dies die CDU im Kreis aufreiben wird und zudem die FDP abtrünnig werden lässt.

Denn bekanntlich beantragte der Liberale Rainer Fabel kurze Zeit nach dem Vorstoß gleich die Auflösung aller Schulbezirke im Kreis. Nun verkündete die SPD in der vergangenen Woche, auch noch etwas zur Thematik beitragen zu können, indem sie den Schulbezirk der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen auf den gesamten Landkreis erweitern möchte. In dieser Woche dann der Rückzieher – und Spott von Renate Berndt (Grüne).

Allen Überlegungen ist gemein, dass mit ihnen die Schulen im Landkreis gestärkt werden sollen. Fabel verspricht sich einen stärkeren Wettbewerb der Schulen, wenn es keine Bezirke mehr gibt. Dass Lessing-Gymnasium soll sich auch im Norden vorstellen und damit mehr Schüler akquirieren können, heißt es von der CDU. Die SPD will die Abwanderung von Schülern in andere Landkreise verhindern. Nicht auf dem Schirm hatten die Politiker jedoch die Konsequenzen ihrer Ideen, was sich aus den Reaktionen ablesen lässt. Die CDU im Norden meutert, seitdem klar ist, dass Schüler aus Bienenbüttel bei einem Beschluss zum LeG-Bezirk nicht mehr in Lüneburg zu Schule gehen dürfen.

Rainer Fabel steht mit seinem Vorschlag allein auf weiter Flur, weil bei einer Auflösung aller Bezirke keine Schulentwicklungsplanung mehr möglich wäre. Und die SPD will lieber noch beraten, nachdem bekannt ist, dass die KGS mit einem landkreisweiten Bezirk ihre Schüler womöglich auslosen müsste. Hatten denn die Politiker die Konsequenzen bei Landkreis und Schulbehörde nicht erfragt?

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