Von Woche zu Woche

Fehltritte bei Kandidatenwahl?

Fast auf den Tag genau in sechs Monaten wählt Uelzen einen Nachfolger für Otto Lukat. Ein Wahl-„Kampf“ um den Bürgermeisterstuhl ist mangels bereits feststehender Kandidaten jedoch noch nicht entbrannt. Nur hier und da, wenn sich die Gelegenheit bietet, lässt bereits der bevorstehende Urnengang grüßen.

Beispielsweise wenn, wie bei der Ratssitzung zum Zukunftsvertrag geschehen, die CDU darauf pocht, dass sie es gewesen sei, die den Prozess zur Entschuldungshilfe in Gang gebracht habe. Retter aus der Not, das scheint ein gutes Argument für ein Kreuz am 25. Mai an der richtigen Stelle. Was aber weder die Christdemokraten noch die SPD zum jetzigen Zeitpunkt zu bieten haben, ist ein Bewerber für das Bürgermeisteramt, während im benachbarten Heidekreis für die Bürgermeisterwahl in Munster, ebenfalls am 25. Mai, bereits Mark Söhnholz (von Beruf Kämmerer) seine Plakate drucken lassen kann. Frühestens im Januar wird dies in Uelzen der Fall sein. Man sei noch auf der Suche, hielten sich CDU und SPD in dieser Woche zur Kandidaten-Frage sehr bedeckt, was die Frage aufwirft, ob die richtige Wahl eines Kandidaten den Parteien nicht sehr viel abverlangt.

Die Fußstapfen, die Otto Lukat hinterlasse, seien groß, erklärte die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ute Chlechowitz gegenüber der AZ. Das lässt erahnen, vor welchem Dilemma die Parteien stehen. Entweder sie fürchten, keinen Kandidaten zu finden, der Lukat ebenbürtig ist, oder aber mögliche Bewerber hadern aus Respekt vor dem Amt mit der Kandidatur. Bei der SPD deutet sich zudem noch ein Richtungsstreit an. Jacques Voigtländer will unter Umständen selbst kandidieren, um sicherzustellen, dass auf alle Fälle ein SPD-Mitglied in den Wahlkampf geht. Er hält wenig davon, Uelzens Kämmerer und Ersten Stadtrat Jürgen Markwardt zu nominieren.

Von Norman Reuter

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