Von Woche zu Woche

Sommerzeit gezielt genutzt

Seit zehn Jahren fahre ich zum Ende der Sommerferien gemeinsam mit dem CDU-Kreisvorstand per Fahrrad durch den Landkreis. In diesem Jahr war es geboten, dass wir uns die geplanten Neubautrassen der Bahn intensiv anschauen.

Wie könnte man die Betroffenheiten besser „erfahren“ als mit dem Fahrrad? Der Eindruck in der Landschaft ist unvergleichbar stärker als die Betrachtung von Karten. Höhenzüge und Flussniederungen muss man vor Ort sehen, genauso wie den Blick aus dem Garten der Anwohner auf die Trasse.

Da der Landkreis gleich von zwei potenziellen Neubautrassen bedroht ist, stand ein ordentliches Pensum auf dem Programm. Von Wettenbostel bis Dreilingen und von Suderburg bis Oldendorf II ging es unter ortskundiger Führung meist auf Feld- und Waldwegen immer dicht an der geplanten Trasse entlang. Einige hundert Bürgerinnen und Bürger haben die Gelegenheit genutzt, ihre Betroffenheit darzulegen und ihre Ablehnung kundzutun. Viele sind ein Stück des Weges mit geradelt, andere haben an den Haltepunkten das Gespräch gesucht. Mich hat die Kreativität beeindruckt, mit der in kürzester Zeit die Dorfgemeinschaften ihren Widerstand zum Ausdruck gebracht haben. In vielen Orten ist der Streckenverlauf von ihnen mit Trassierbändern, bemalten Holzkreuzen oder sogar ICE-Triebwagen in Originalgröße aus Strohballen markiert.

Die Position, die wir bereits im Juli auf dem CDU-Kreisparteitag und dann im Kreistag formuliert haben, gilt uneingeschränkt: Keine neuen Bahn-trassen im Landkreis Uelzen. Wir brauchen kein Schwarzer-Peter-Spiel im Landkreis, sondern ein klares Signal nach Hannover und Berlin. Wer geglaubt hat, dass eine Trasse durch den Landkreis Uelzen leichter zu bekommen ist als an der ursprünglich geplanten Y-Trasse, hat sich getäuscht. Ich fordere jetzt sehr schnell umfassende Informationen von der Bahn und ein transparentes Dialogverfahren vom Land, in das sich alle Bürger einbringen können. Einen ganz besonderen Stellenwert muss dabei jeder Gemeinderat haben; denn er vertritt mit höchster demokratischer Legitimation alle Bürgerinnen und Bürger seiner Gemeinde.

Von Jörg Hillmer

Rubriklistenbild: © Koch

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare