Von Woche zu Woche

Zwischen Kontrolle und Loslassen.

Sie sind Lehrer und Anwälte, Landwirte und Mediziner und vieles andere mehr. Und zwar hauptberuflich. Doch Kommunalpolitiker sind auch von den Bürgern gewählte Vertreter. Zwar „nebenbei“ sozusagen, aber eben gewählt, weil sie sich einmal zur Wahl gestellt haben.

Und so lastet auf den Abgeordneten nicht nur eine Verantwortung, sondern auch eine große Erwartungshaltung. Als dieser Tage der Unmut bei den Bürgern über eine neue Alu-Tür und ebenfalls sehr modern anmutende Fenster im historischen Alten Rathaus hochkochte, bekamen die Politiker einmal mehr eben diese zu spüren.

Das Dilemma ist vielschichtig: Einerseits müssen Kommunalpolitiker Dinge entscheiden und dafür gerade stehen. Andererseits wollen sie sich nicht mit jedem Kinkerlitzchen befassen müssen und einiges einfach den Experten überlassen.

Dass aber genau das ziemlich nach hinten losgehen kann, wird jetzt am Beispiel Altes Rathaus deutlich: Das Gebäudemanagement hat in Absprache mit der Denkmalschutzbehörde so gearbeitet, wie es das für richtig gehalten hat. Das Ergebnis bringt allerdings Bürger und Politik auf die Palme – nicht umsonst kam es in der jüngsten Bauausschusssitzung zum lautstarken Eklat: Die Empörung darüber, dass die Politik nicht über die genaue Gestaltung informiert wurde, war riesig. Und auch die Verwaltung schien nicht umfassend im Bilde gewesen zu sein, wie genau Türen und Fenster auf der ehemaligen Arkadenseite des historischen Gebäudes nun aussehen würden. Gefragt hatte danach aber offenbar auch niemand...

Da ist die Frage, die sich derzeit vielen Bürgern stellt, nur berechtigt: Wie kann es sein, dass Stadtpolitik und Verwaltung eine millionenschwere Sanierung – die im Übrigen in weiten Teilen der Bevölkerung durchaus umstritten ist – auf den Weg bringen und nicht einmal genau wissen, was am Ende genau dabei herauskommt?

Für viele Uelzener ist das Alte Rathaus eine Art historische Heimat. Und gerade den Rückbau der Arkaden haben viele von ihnen bedauert. Weil er nicht original und zu jung gewesen sei, musste er weichen. Wie vor diesem Hintergrund die aktuelle Gestaltung dieses Gebäudeteils zu bewerten ist, sollte jeder für sich selbst beantworten. Fakt ist: Stadt, Verwaltung und Gebäudemanagement haben jetzt jede Menge zerschlagenes Porzellan zu kitten.

Von Ines Bräutigam

Rubriklistenbild: © Privat

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