Von Woche zu Woche

Aus Partnern wurden Gegenspieler

Die Idee, in der Ukraine nachwachsende Rohstoffe zur Gewinnung erneuerbarerer Energien selber anzubauen, mag gut gewesen sein. Die Ausführung war es, wie hinlänglich bekannt, nicht. Nicht nur das:

Das Projekt der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding hat ihre beiden Gesellschafter, die Stadtwerke Uelzen und die Stadtwerke Schwäbisch Hall, inzwischen entzweit. Aus Partnern sind Gegenspieler geworden, die um den bestmöglichen Ausgang des erfolglosen Miteinanders konkurrieren.

Ein Interesse haben beide daran, zu retten, was zu retten ist: Die Schwäbisch Haller haben ihr Engagement mit mehr als 10 Millionen komplett abgeschriebenen Euro teuer bezahlt. Im schlimmsten Fall könnten es für die Uelzener am Ende knapp 7 Millionen Euro Verlust sein. Und so hat das Ringen um die beste Position in diesem möglicherweise letzten Gefecht längst paradoxe Züge angenommen.

Beide Seiten bombardieren sich gegenseitig mit Klagen, bemühen die Gerichte: wegen Streitwertfestsetzungen, angeblich gekündigter Vereinbarungen, die gar nicht kündbar sein sollen, wegen eventuell missachteter Rechte des Minderheitsgesellschafters aus Uelzen und nunmehr wohl auch noch wegen ehemaliger SBE-Eigentümer. Bereits getroffene gerichtliche Entscheidungen legen beide Seiten jeweils zu ihren Gunsten aus – die eine zu Recht, die andere, um sich ins rechte Licht zu rücken. Nach außen demonstrative Zuversicht, dass in konstruktiven Gesprächen das Ganze noch gelöst werden wird. Irgendwie.

Fakt ist aber: Das gemeinsame Ukraine-Geschäft ist desaströs gelaufen, alle Beteiligten haben sich blutige Nasen geholt, vor allem die Uelzener stecken von der Öffentlichkeit mächtig Prügel ein und der Graben zwischen den Partnern ist tief. – All das ist keine gute Grundlage für ein weiteres gemeinsames Tun. Dann also lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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