Von Woche zu Woche

Mehr Achtung vor Mitmenschen.

„The same procedure as every year“ – die gleiche Prozedur wie in jedem Jahr lässt sich nicht nur im TV-Klassiker „Dinner for one“ beobachten, sondern leider auch in den Silvesternächten. Schlägereien, mutwillige Zerstörungen, Trunkenheitsfahrten – auch der Landkreis Uelzen bildete zum Jahreswechsel in dieser Hinsicht keine Ausnahme.

In vielen Fällen war nach Auskunft der Polizei Alkohol im Spiel. Doch wie lassen sich diese rauschhaften Auswüchse verhindern?

Eine Antwort liefern alljährlich Politiker und selbst ernannte Präventionsexperten. Sie fordern – wie auch jetzt wieder – fast schon reflexhaft, alkoholische Getränke in Deutschland deutlich zu verteuern, um damit junge Leute vom exzessiven Konsum abzuhalten. Doch diese Antwort greift zu kurz. Zum einen würde sich auch nach saftigen Preiserhöhungen immer jemand finden, der seinen Freunden in der Clique Alkohol besorgt. Zum anderen zeigt gerade das Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (HaLT) der Suchtberatung des Diakonieverbandes Nordost-Niedersachsen große Erfolge. So verzeichnete das Klinikum Uelzen 2013 deutlich weniger junge Komasäufer als im Vorjahr.

Der Ansatz von HaLT ist – im Gegensatz zur bloßen Verteuerung von Bier, Wein oder Spirituosen – genau der richtige, um ausschweifenden Alkoholkonsum lang- fristig in den Griff zu bekommen. Weitere Präventionsprojekte dieser Art sind daher notwendig. Zudem muss in den Köpfen der Menschen ein Umdenken einsetzen. Alkoholbedingte Ausschreitungen, aber auch Gewalttaten gegen Polizisten, wie kürzlich in Hamburg geschehen, sind nicht länger zu tolerieren. Gefragt ist mehr Achtung vor fremdem Eigentum und der körperlichen Unversehrtheit der Mitmenschen. Diesen Wandel herbeizuführen, ist die Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft.

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